Vor einigen Tagen wurde Affinity Photo in der Betaversion zum freien Download frei gegeben. Roderique Arisiaman aka Dracorubio hat es getestet und seine ersten Eindrücke nieder geschrieben.

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Eine Software “alternative zu Photoshop” zu nennen ist nicht von schlechten Eltern. Photoshop ist seit Jahren Industriestandard und hat eine enorme Anhängerschaft in so gut wie jedem Bereich der digitalen Bildmanipulation.

Ich habe Affinity Photo nun ein paar Stunden getestet um zu sehen wohin es führt und wie es sich anfühlt. Man muss daran denken, dass es sich hier um eine Beta-Version handelt, nicht alles funktioniert so wie es soll bzw überhaupt. Dennoch kann man schon erkennen in welche Richtung es geht.

the different Persona's

Als erstes wurden meine Olympus-RAW-Files nicht erkannt. Nikon und Canon machen keine Probleme bim laden in den RAW-Converter Develop Persona. (ich musste meine RAWs in DNGs konvertieren, das hat dann funktioniert).

In Develop Persona hat man Camera Raw ähnliche Slider für Belichtung, Kontrast, Farbtemperatur… die üblichen Verdächtigen. Die Regler gehen von 0% zu -100% und 100% und sind etwas harsch. Von 1% auf 2% bringt schon eine große Änderung, das macht ein genaues Arbeiten nicht möglich. Ich habe auch bemerkt, dass die geladene DNG schon bearbeitet aussieht im Gegensatz zum Camera RAW. Insgesamt braucht das noch Arbeit, aber wenn man ein Bild in Develop Persona lädt, poppt eine Meldung auf “Diese software wird aktiv weiterentwickelt”, da ist also noch Platz für Verbesserungen.

Immer dran denken: Das ist eine Beta
Immer dran denken: Das ist eine Beta

Sobald man die RAW-Konversion abgeschlossen hat, geht es weiter in Photo Persona, in dem die Bearbeitung stattfindet. Die Oberfläche ist sehr vertraut und dennoch seht neu. Werkzeuge und Knöpfe sind da wo man sie erwartet und es ist sehr leicht die Funktion zu finden, die man gerade sucht. Es gibt Ebenen, Einstellungsebenen und Werkzeugboxen. Alles sehr ähnlich der UI von Photoshop. Die Werkzeuge haben bunte Icons und die Beschreibungen der Namen beim darüber-fahren sind sehr vertraut.

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Das Einstellungsebenen-Panel zeigt eine kleine Vorschau und verschiedene Variationen des Effekts, das ist wirklich schön. Die Werkzeugbox hat alle Werkzeuge, die wir kennen. Es gibt Beschneiden, Füllen, Zauberstab, Kopierstempel etc…

Ein Tool nennt sich Inpainting Brush… und das ist magisch. Es ist eine Art Kombination aus Kopierstempel, Reparaturpinsel und Ausbessernwerkzeug in einem. Ich weiss nicht genau wie es funktioniert, aber es entfernt Pickel und Unreinheiten und füllt die Fläche aus. Ich konnte in den meisten Fällen keine Bearbeitung feststellen und es funktioniert auch bei abstehenden Haaren. Ich denke die Erfolgsquote lag bei 9 von 10.

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Es gibt eine Filter-Liste (auch hier finden sich die bekannten Filter) und es gibt auch eine Option dem Programm zu zeigen wo die Photoshop Plug-Ins liegen und die erkannt werden sollen. Ich habe es mit den Nik Tools getestet und sie wurden im Demo Modus geladen. Beim laden des Bildes gab es dann noch ein paar Probleme – aber gut – es ist eine Beta Version. Ich denke das wird in der finalen Version funktionieren und das ist auch wichtig. Einige Photoshop-User haben viel Geld für Plug Ins ausgegeben, es ist gut zu wissen das man das Geld nicht zum Fenster raus geworfen hat.

Es gibt ein Frequenztrennungstool, das dabei hilft die Ebenen anzulegen. Sehr intuitiv, aber leider zwei mal abgestürzt.

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Pinsel sind so ziemlich das gleiche wie in Photoshop. Dummerweise kann man keine .ABR-Dateien laden (was ziemlich schlau gewesen wäre). Alle gesammelten Pinsel sind also erstmal nutzlos, zumindest bis sich ein Konvertierungsprogram dafür gefunden hat. Ansonsten gab es keine neuen, großartigen Pinsel Neuigkeiten.

Verflüssigen hat sein eigenes Persona und es tut was man erwartet. Daneben gibt es noch ein Macro Persona – das auch noch Beta ist – dieses nutzt die LUT (LookUpTables) für Farbkorrekturen. Hier werden die verschiedenen Variationen gezeigt, die man mit den Enstellungsebenen erzeugen kann.

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Wie gesagt, ich habe die Anwendung nun für ein paar Stunden getestet und kann nur ein kurzes, erstes Feedback dazu geben.

  • Die Anwendung ist BETA und das zeigt sich immer wieder
  • Es ist Photoshop sehr ähnlich, die meisten Funktionen und Werkzeuge sehen genauso aus und sind an der gleichen Stelle. Das macht es neuen Anwendern  leicht, das zu finden was sie suchen, auf der anderen Seite habe ich meine Tastaturbefehle getestet und die haben natürlich nicht funktioniert…
  • Die Anwendung ist sehr schnell und bleibt flüssig. Das kann ich bestätigen!

Ich kann nicht sagen ob es gegen Photoshop anstinken kann, dafür wird wohl eine größere Fangemeinde nötig sein und auch eine eigene Community (die bei Adobe ja schon da ist). Ob Menschen bereit sind den Schritt zu tun und sich in den neuen Workflow einzuarbeiten wage ich zu bezweifeln. Das Programm hat Potential, aber es fehlt die Möglichkeit mit anderen Programmen zu interagieren, es fehlen erfahrene Benutzer und die absoluten “Killer Tools”. Die meisten Tools sind ja in Photoshop schon vorhanden oder als Plugins verfügbar (wie das Retouching Toolkit). Wenn du Photoshop schon kennst und kannst, wirst du dabei bleiben, denn alles andere wird sich umständlich anfühlen, aber für jemanden, der neu ist in der Welt der digitalen Bildmanipulation kann das schon eine Alternative sein – speziell für den Preis (Beta ist kostenlos, die finale Version wird 49$ kosten)

Liebes Adobe-Team, es wäre intelligent sich die Software mal anzusehen, denn sie bietet ein paar Dinge, die Photoshop vermisst. Und das macht sie richtig gut…

Dieser Artikel wurde von Roderique Arisiaman für DIYphotography geschrieben und erschien ursprünglich hier. Wir durften ihn übersetzen und für RAWexchange verwenden.

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2 Idee über “AFFINITY PHOTO – eine Photoshop-Alternative?

  1. CaffeinatedAlexa sagt:

    Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es nicht gegen PS “anstinken” kann.
    Adobe hat bereits eine riesen Gemeinde, das ist wahr – es bleibt allerdings auch keine andere Wahl, da Adobe momentan im Umfang der Programme eine Monopolstellung hat. Das heißt, wer im kreativen Bereich arbeitet und keine Lust auf freie Alternativen hat, MUSS sich Adobe unterordnen und in die Community einsteigen. Ich kenne bereits Umsteiger, die von Illustrator auf den Affinity Designer umgestiegen sind – und hätte ich einen Mac, hätte ich es definitiv auch in Erwägung gezogen. Die Alternativprogramme, die Serif momentan für PC vertreibt, sind leider nur auf Hobbynutzer ausgelegt; die Affinityreihe scheint schon jetzt für eine erste Version sehr umfangreich zu sein.

    Ich finde es höchst “ungesund”, zu lange in einem Bereich Monopolstellung zu haben und zu viele ehemalige Adobe Fans sind durch die Cloud zu “Ich mag Adobe nicht mehr, aber muss ja” Nutzern geworden. Ich denke, wenn Affinity Photo seine Versprechen hält – bedenkt, sie sind in den “Kinderschuhen” und durch Updates ist jede Menge Potenzial nach oben gegeben – wird es einige Umsteiger geben. Ich hoffe noch sehr auf Windowsversionen von Designer, Photo und dem zukünftig geplanten InDesign Alternativprogramm Publisher; ich würde sie zu gern selbst auf Herz und Nieren austesten und mir eine eigene Meinung bilden. Danke für diesen Test schonmal!

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