Es gibt in Photoshop ja allerlei Maskierungsfunktionen und alle haben irgendwie ihre Daseinsberechtigung. Ob das nun Farbauswahlen oder Fokusfreisteller, die umstrittene Maske-verbessern-Funktion ist oder meine geliebten Kanäle: Im Endeffekt hat jede dieser Funktionen seine Vor-und Nachteile.

Wer bei uns ein bisschen mit liest und unsere Arbeitsweisen kennen gelernt hat, wird auch mit den Kanalauswahlen schon vertraut sein. Diese Kanalauswahlen beruhen immer auf Farbkontrasten zwischen Rot, Grün und Blau und werden nach der Extraktion dann weiter manipuliert.

Eine Möglichkeit, die wir bislang nur mit dem Retouching Toolkit vorgestellt haben ist die Auswahl per Sättigung im Bild – und ich muss ehrlich sagen: Das rockt!

Warum braucht man Sättigungsmasken?

Wer im Studio arbeitet, hat kein Problem damit einen weissen Hintergrund zu schaffen. Eine Eigenheit von der Farbe Weiss ist, dass die Sättigung 0% beträgt und so alles was man an “Mensch” davor stellt eine höhere Sättigung haben wird als der Hintergrund. Es liegt also nahe, eine Auswahl anhand der Sättigung zu treffen, bzw. sich die Möglichkeit dafür offen zu halten.
Natürlich kann man das nicht per einfachem Klick und für alle Situationen verwenden und man muss immer nacharbeiten – belohnt wird man aber im besten Fall mit extrem guten Masken.

Das Endergebnis

Ich habe mich für diesen Artikel für eines unserer Ophelia Overdose Stocks entschieden – das ist eigentlich sehr sinnfrei, denn die kommen ja schon mit einer Maske, aber das ist ein schönes Beispiel.
Der Hintergrund ist nicht so wirklich “clean” und es gibt diese faserige Kleidung oder “Kleidung”, die für alle Freistellwerkzeuge eine mittlere Katastrophe darstellen.

Ich habe hier einen Sättigungsfreisteller erstellt, das ganze hat etwas über 3 Minuten gedauert. Nicht 100% perfekt, aber wie gesagt: Manchmal muss man verschiedene Techniken kombinieren…

Schritt-für-Schritt

Bevor ich die Sättigungsmaske anlege, mache ich mir erstmal ein Eindruck von meinem Bild. Hier gibt es ein paar Dinge, die kritisch sind:

  1. An dieser Stelle ist kaum Kontrast zwischen Hintergrund und dem Arm vorhanden
  2. Die einzelnen Fasern des Kostüms sind Teiltransparent
  3. Diese Fasern sind weiss, haben also auch keine Sättigung
  4. der Hintergrund ist nicht komplett weiss, er tendiert mehr in einen warmen Farbton

Diese Probleme lassen sich aber leicht beheben:

Als erstes kümmere ich mich um Problem 1, indem ich mehrere Kopien der Ebene anlege und diese auf dem Ebenenmodus “multiplizieren” lege.

Nun kümmere ich mich um Problem Nummer 4, den Hintergrund. Durch die Ebenenkopien ist der Hintergrund auch viel farbiger geworden. Eine Gradationskurve und ein klick auf die mittlere Pipette löst dieses Problem. Der Hintergrund ist jetzt neutral, hat also keine Sättigung mehr.

1 – Gradationskurve anlegen, 2 – Klick auf die mittlere Pipette, 3 – klick mit der Pipette in die Nähe des Models

Der Hintergrund ist jetzt neutral und ich kann mit Strg+Alt+Shift+E alle Ebenen auf eine zusammenfassen. Das ist wichtig, denn nun kommt auf dieser zusammengefassten Ebene der Filter->sonstige Filter-> HSL/HSB zum Einsatz.

Im folgenden Dialog kann man Eingangsmodus und Ausgangsmodus wählen. Ich nehme RGB im Eingang und HSB im Ausgang.

Was passiert hier? Unser Bild besteht aus drei Kanälen – Rot, Grün und Blau – den drei primären Farben. Diese drei Kanäle werden als Eingang verwendet und in der Zeilenfolge – dem Ausgang des PlugIns – in den Modus HSB gewandelt.
HSB steht für Hue/Saturation/Brightness, also Farbton, Farbsättigung und Helligkeit und beschreibt einfach eine andere “Zusammensetzung” des Bildes. Anstatt das Bild in seinem Rot/Grün/Blau anteil zu beschreiben, werden die drei Kanäle jetzt den Farbton, die Farbsättigung und die Helligkeit darstellen.

Das sieht ganz toll aus:

Gut, das ist jetzt ziemlich Sinnfrei, werfe ich aber einen Blick in die Kanäle, sieht die Sache schon anders aus. Der Grün-Kanal beschreibt meine Sättigung:

Der neutrale Hintergrund wurde zu schwarz, das Model hat je nach Sättigung mehr oder weniger helle Bereiche.
Ich dupliziere mir den Kanal per rechtsklick->Kanal duplizieren und arbeite auf dieser Ebene mit einem schwarzen bzw weissen Pinsel mit angemessener Pinselgröße, 0% Härte, 100% Deckkraft und 10% Fluss im Modus “strahlendes Licht”.

Der Pinselmodus “strahlendes Licht” ist toll: Wenn ich mit weiß male, wird alles was heller als neutralgrau ist deutlich heller als die Dinge, die dunkler sind. Somit kann ich die Maske bzw den Kanal weiter verbessern.
Bereiche, die nicht komplett weiß sind, werden im Bild später teiltrasparent – da muss man ein wenig Gefühl entwickeln.

Nach etwa 2 Minuten sieht meine Maske nun so aus:

Nun klicke ich mit gedrückter STRG-Taste auf die Ebenenminiatur vor dem kopierten Kanal und erstelle so aus diesem Kanal eine Auswahl.

Ich wechsle zurück zu den Ebenen und erstelle für meine Hintergrundebene eine Maske aus der bestehenden Auswahl und lösche die temporären Ebenen vom Anfang.

Was bleibt, ist meine ursprüngliche Datei mit einer Ebenenmaske, die ich natürlich jederzeit mit allen anderen Werkzeugen weiter bearbeitet werden.
Die gleiche Technik lässt sich natürlich auch für Farbanpassungen oder zum beeindrucken von Freunden verwenden…

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8-bit Tiff / 2.7 GB Download
Transparenz-Maske ist dabei
Bilder sind fertig retuschiert

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