Hi Dirk, du betreibst den Photoshop-Weblog. Wie hat das alles angefangen?

Es war einmal, vor langer Zeit, im September 2004: mein erster Beitrag wurde veröffentlicht. Damit ist das Photoshop-Weblog fast schon 12 Jahre alt. Angefangen hat es mit einer Idee von Sven Lennartz, dem Gründer des Dr.Web-Magazins. Ich hatte schon länger Artikel für ihn geschrieben und er meinte, es gibt (ganz neu!) Weblogs, die täglich mindestens eine Meldung raushauen – ob persönlich oder fachlich – und ob ich darauf Lust hätte. Und da ich eh immer auf der Suche nach den neuesten Photoshop-Tutorials war, haben wir das Ding gestartet.

Anfangs war das Design noch recht minimalistisch, Text auf weißer Seite mit einem kleinen Bild dabei, aber mit der Zeit hat das Weblog dann immer wieder ein Redesign erfahren. Für mich war das eine Newsseite zum Thema Photoshop und so sehe ich das Projekt auch heute noch: Meine eigene Recherche zum Thema Photoshop auch für alle anderen Fans der Bildbearbeitung 1/1 abgebildet.

 

Dein Blog ist ja ein Sammelsurium zu allen Bereichen der Bildbearbeitung. Hast du selbst spezielle Vorlieben, machst also lieber Composings, eher Beauty-Retusche oder ganz was anderes?

Ich liebe Kompositionen. Wenn aus zahlreichen Fotos ein ganz neues Bild entsteht, dann kommt für mich die ganze Photoshop-Magie zum Einsatz. Erst geht es an das Freistellen – eher zeitraubende Pflicht, als Freude – aber dann werden die einzelnen Bestandteile auch schon zusammengesetzt. Oft hilft eine Skizze, um die Idee aus dem Kopf zu bekommen. Stehen die einzelnen Puzzlestücke perfekt zusammen, müssen diese auf einen Nenner gebracht werden: Mit den ganzen Licht- und Schatteneffekten und Farbstimmungen die folgen, kommt so eine große Palette an Photoshop-Features zum Einsatz, so dass wohl jeder Photoshop-Süchtige für den Moment eine tiefe Befriedigung verspürt.

Hast du die Bildbearbeitung selbst auch über Tutorials gelernt?

Da reden wir über 1999. Wir hatten damals ja nichts anderes. Es gab zwar ein, zwei Bücher, aber keine Video-Tutorials, schon gar nichts deutschsprachiges… noch kein YouTube, kein Video2Brain, praktisch keine deutsche Photoshop-Szene, sondern nur einige wenige Tutorial-Seiten aus den Staaten. Ich glaube das erste Print-Magazin war die Docma, etwa 2003. Die Themen waren allerdings ähnlich: Retusche, Freistellen, Kompositionen, Text-Effekte – wenn auch auf einem ganz anderen Level.

Und wie hältst du dich heute auf dem Laufenden? Du als Blogger musst den PS-Usern ja immer einen Schritt voraus sein.

Ich nutze da für mich alle (der Menschheit bekannten) Quellen: YouTube mit der richtigen Filterung, um neue Video-Tutorials frühzeitig zu entdecken. Alle Tutorial-Seiten, Foren und Gruppen, Bücher und DVDs. Ihr könnt euch sicher sein: Wo über Photoshop geredet wird, da lese ich mit. Manchmal bin ich sogar zu schnell und eine Technik ist noch nicht für den Durchbruch bereit, da entscheidende Schritte fehlen. So habe ich beispielsweise 2010 den Artikel “Hautretusche auf zwei Ebenen“ geschrieben. Verfeinert und mit wenigen Schritten erweitert wurde daraus zwei, drei Jahre später die Frequenztrennung in Photoshop.

In Photoshop wird immer mehr möglich, Stichwort Animationen oder 3D-Rendering. Werden solche Techniken künftig stärker kommen? Online könnte man z.B. ein Zeitschriften-Cover über eine Parallax-Animation aufwerten.

Es gab einen Trend hin zu Cinema 4D, in Deutschland auch ausgelöst durch Uli Staiger. In der Zeit sind praktisch weltweit vermehrt Tutorials zum Thema 3D und Photoshop erschienen, wohl auch, weil die 3D-Features gerade neu hinzugekommen sind. Ich denke, das hat sich wieder etwas beruhigt und 3D wird nun einfach als eine weitere Option angesehen, die uns zur Verfügung steht. Immer wieder gab es Trends auf Basis einer Technik, welche die Runde machten: zuletzt etwa die simulierte doppelte Belichtung, der Low-Poly-Effekt oder jetzt (noch recht frisch) die geile und echt einfach umzusetzende Parallax-Animation.

Du bist schon lange in der PS-Szene aktiv, wie hat sich die Bildbearbeitung in den letzten 10 Jahren verändert? Sind heute z.B. Dinge tabu, die früher Gang und Gäbe waren?

Die größte Änderung ist wohl der Qualitätsstandard. Wer sich heute zum ersten Mal etwa in einer Facebook-Gruppe mit seiner Arbeit präsentiert, dem sieht man meistens an, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat. Da wird schon perfekt freigestellt, sauber retuschiert und erstaunlich gut fotografiert. Die Grundlage eines Einsteigers hat eine viel stärkere Basis, als noch vor 10 Jahren. Allerdings haben sich in gleicher Zeit auch die Text- und Video-Tutorials vermehrt – besonders in deutscher Sprache, so dass diese wichtige Grundlage ja auch viel leichter geschaffen werden kann.

Dein Blog lebt größtenteils davon, die Video-Tutorials von anderen Kanälen zu featuren. Gibt es da bestimmte Kriterien, nach denen du Videos auswählst?

Das Ziel muss stimmen und die technische Qualität. Die Aufnahme des Bildschirms muss also hochauflösend, die sprachliche Qualität vom Mikro bis hin zur Stimme des Sprechers einfach angenehm sein. Und dann muss das Thema natürlich auch begeistern. Ich habe ja schon echt viel gesehen und kann deshalb auch leicht abschätzen, ob ein Video ein frisches Thema aufgreift oder einfach nur einen Inhalt zeigt, den ich vor Jahren schon im Blog hatte. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn eine alte Technik ergänzt wird und somit die nächste Stufe erreicht.

Ganz ehrlich: Hast du alle Tutorials auf deinem Blog auch selbst ausprobiert?

Wow, nein Aber wer seit vielen Jahren mit Photoshop arbeitet, kann leicht abschätzen, ob man das Ziel locker erreichen könnte oder ob es eine wirklich neue Technik und somit auch eine Herausforderung ist. Herausforderungen nehme ich gerne an und probiere mich aus. Denn nur so bleibt man mit seinen eigenen Fähigkeiten immer auf einen guten Stand. Ich sehe die zahlreichen Beiträge im Blog auch eher als Inspiration: da kann jeder für sich etwas herauspicken, was er gerne mal nacharbeiten möchte. Nur so lernt man Techniken dazu und kann darauf basierend einen eigenen Stil entwickeln.

photoshop-weblog7

Machst du den Blog eigentlich in Vollzeit?

Nein, mein Weblog war immer das Abbild meiner Recherche für Auftragsarbeiten. Ich arbeite als  Fachjournalist und schreibe im Monat etwa zehn Artikel, nicht nur zum Thema Photoshop, sondern gerne auch zu Social Media, Webdesign oder Businessthemen. Content Marketing ist da gerade das Stichwort. Mein ältestes und größtes Archiv gibt es wohl bei Dr.Web zu entdecken, ich mag auch sehr meine Arbeiten für Shutterstock oder DigitalPhoto Photoshop. Viel Spaß bringen gerade auch die Artikel für das Grip Blog, mit Themen wie „Beweg deinen Arsch: Ziele setzen und auch erreichen“ oder „Schlechte Kunden erkennen und zur Hölle schicken: So machen das die Profis“.

Ich bin einfach glücklich darüber, dass ich mit dem Schreiben und hauptsächlich auch dank Photoshop eine vierköpfige Familie ernähren kann, jeden Tag in meinem schönen Büro sitze, ständig dazu lerne und recht selbstbestimmend handeln kann. Wer von Photoshop oder auch der Fotografie leben möchte, wird ja oft etwas schräg angeschaut, so als ob man sagt: Diese Gitarre wird mir als Rockstar später einmal alle Rechnungen bezahlen. Das war vor 15 Jahren nicht anders, als eine Freundin meinte: Wozu die Photoshop-Bücher und -Tutorials, ich solle doch lieber etwas „Vernünftiges“ lernen. Gut, dass ich nicht auf sie gehört habe…

 

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