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Lieber Anfänger der Fotografie… Das hier solltest du wissen.

Lieber angehender Fotograf,

diesen Eintrag schreibe ich, nachdem ich spät abends in einem Facebook-Forum war und ungefähr 200 Kommentare über “angehende Fotografen” und deren schlimmen Einfluss auf die Industrie gelesen habe. Darüber, dass diese “Anfänger” die Fotografie um ihre “Kunst” berauben und jegliche gute Business-Eigenarten zerstören. Ich habe jeden einzelnen Kommentar gelesen und die Schmerzen in meiner Magengegend wurden stärker, je weiter ich die Seite herunter scrollte.

“Was denken diese Leute wer sie sind? Erinnern sie sich denn nicht mehr an ihre eignen Anfänge und Fehler?”

Vielleicht hatte dieses Jahr Höhen und Tiefen für dich!?
Die Aufregung, als der erste bezahlte Auftrag da war. Die Verwirrung, welches Equipment man unbedingt haben MUSS, um überhaupt ordentlich arbeiten zu können. Und die Schuldgefühle, wenn jemand sagt, du seiest am am “Sterben der Fotografenliga” schuld. Ich weiss, die Frage “Was kosten Hochzeitsfotos” ist eines der ersten Dinge, die in deiner Google Suche automatisch auftauchen und im Stillen wunderst du dich immer noch, warum der Photoshop-Radiergummi so ein schlimmes Tool ist.
Und ich habe den Radiergummi ständig benutzt (Ebenenmasken!)

Ich weiss auch, dass du Angst davor hast nach Hilfe zu fragen, denn für jeden hilfsbereiten Kommentar von einem erfolgreichen Fotografen, kommen 30 andere, die dir im Nacken sitzen und dich für das, was du falsch machst, strafen wollen. Ich habe das auch durchlebt – meine Arbeiten wurden von einem “angesehenen” Fotografen zerrissen (der dieses Jahr sein Geschäft geschlossen hat). Ich habe Dinge gekauft, die ich nicht gebraucht habe, weil ein berühmter Fotograf sie angepriesen hat und ich dachte, sie würden meine Arbeit revolutionieren (haben sie nicht).

Ich möchte Euch hier etwas wach rütteln. Ein bisschen Geschimpfe, gemischt mit guten Tipps, die ich gerne gewusst hätte als ich anfing – dieses hier ist die Zusammenfassung der Dinge, die jemand zu mir hätte sagen sollen, als ich diese gebraucht hätte und eine leicht angeschlagene (für mich noch sehr neue) Kamera in meinen Händen hielt.

Sei auf der Hut vor den Geiern!

“Kunden” werden kostenlose Fotos von dir wollen!

Viele Leute haben mich nach kostenlosen Fotoshootings gefragt. Eltern würden dir sofort ihre Neugeborenen zum “üben” geben oder sich als Familie anbieten, dir zu helfen dein “Portfolio” zu erweitern. Magazine und Geschäfte werden dich um Landschaftsaufnahmen fragen – die Bezahlung ist “gesehen werden”. Verwechsle diese Anfragen nicht mit bezahlten Shootings und nimm sie nicht als Kompliment – sie sind beides nicht. Diese Leute wollen kostenlose Fotos. So einfach ist das.

Am Anfang wirst du ein paar Sachen umsonst machen müssen – du brauchst die Übung und Erfahrung und du musst dir ein Portfolio aufbauen – aber bedenke dabei: Alles was du umsonst machst, was nicht in irgendeiner Weise in deinen Interessen liegt, oder für das du später mal bezahlt werden willst, ist verschwendete Zeit. Ich wusste von Anfang an, dass ich keine Babyfotos machen möchte, aber ich war sehr interessiert an Hochzeiten. So habe ich mich von den beiden nicht bezahlten Jobs für die Hochzeit entschieden. Die Bilder habe ich in mein Portfolio aufgenommen und die Babyfotos habe ich weiter vermittelt.

Denke nicht, dass du dich sofort spezialisieren musst – das wäre Quatsch. Du solltest so viele verschiedene Dinge wie nur irgend möglich machen und herausfinden, was du wirklich leidenschaftlich gerne machst. Fühle dich aber nicht verpflichtet jeden Umsonst-Job anzunehmen, der bei dir landet.

Andere Fotografen werden dich als unbezahlten Assistenten nutzen

Ich empfehle wirklich dringend Praktika zu machen, aber der Punkt ist, etwas dabei zu lernen. Wenn der Praktikantenjob aus Botengängen, Kaffee machen und Krempel rumtragen besteht, nutzt dich jemand aus.

Wenn du ein Praktikum machst oder als Assistent arbeitest, stelle Fragen! Frage alles über Kameraeinstellungen, das Licht, das Posing – Alles! Warum wird jetzt dieses Licht benutzt und vorhin das andere? Warum wird ständig das Model angehalten das Kinn unten zu lassen? Welche Blende wird für diese Gruppenaufnahme verwendet? Gibt es einen Grund, warum lieber dieses oder jenes Objektiv verwendet wird? Einige dieser Fragen stellt man besser am Ende des Tages, wenn der Kunde weg ist – aber wenn du eine Frage hast, dann stell sie auch! Wenn der Fotograf darauf nicht antworten möchte, solltest du ihn wechseln. Der Fotograf nutzt dich als kostenloses Arbeitstier und möchte dich nicht anleiten und dir helfen.

PS: Falls dir der Fotograf einen Vertrag mit einer Klausel über Wettbewerbsverbot unter die Nase hält oder eine Verzichtserklärung in der etwas über “umsonst für die Zeit…” steht, LAUF! So schnell du kannst.

Fotografen, die erfahrener sind als du, werden dir Dinge andrehen wollen

Als Neuling bist du ein Teil eines wachsenden Marktes. Ein Markt, auf dem du versuchst, schnell zum Erfolg zu kommen. Zum Beispiel durch Buchungen von Workshops die andere “Fotografen” anbieten – und da draußen gibt es viele Fotografen, die nur darauf warten dein Geld zu nehmen. Die Leute werden dir Equipment, Photoshop Aktionen, Presets, Tutorials und noch vieles mehr andrehen wollen. Alle versuchen einen Vorteil aus der Tatsache zu ziehen, dass du bereit bist für etwas zu zahlen, dass du noch nicht hast und/oder kennst.

Ich bin ein großer Freund der Fortbildung von Fotografen: Ich gebe Workshops & online Kurse, habe Tutorials und Aktionen und verschenke Verläufe und Texturen-Pakete – deine Aufgabe ist es die “Guten” zu finden. Wenn du einen Workshop besuchen willst, frage nach Referenzen und halte Ausschau nach Empfehlungen von anderen. Erstelle dir einen Plan was du alles lernen wirst. Starte einen Dialog mit dem Referenten per Email und finde heraus, ob sein Wissensstand und seine Art zu lehren gut für dich ist. Prüfe auch, ob die Bilder, die du beim Workshop machst, wirklich dir gehören. Du willst mit dem Gefühl nach Hause gehen etwas gelernt zu haben und du willst dir sicher sein, dass dir die Bilder gehören und jeder Cent gut investiert war.

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Suche dir gehaltvolle Kritik

Finde einen Platz, an dem du die Kritik findest die dich weiter bringt

Ich liebe meine Mutter und ich liebe meinen Verlobten, aber wenn ich gute und konstruktive Kritik für meine Arbeiten suche, sind die beiden nicht die Richtigen. Auf der einen Seite sind sie etwas “vorbelastet”, auf der anderen Seite haben sie keine Ahnung von Fotografie.

Wenn ich gute, qualitativ hochwerte Kritik suche, frage ich einen erfolgreichen Fotografen, der in meinem Bereich der Fotografie tätig ist. Ich fotografiere Fine Art Portraits. Ein Photoshopverachtender Landschaftsfotograf oder Fotojournalist wird mich nicht weiter bringen. Genauso wenig wird es der selbsternannte “Profi-Fotograf” auf Facebook tun. Suche dir Menschen, die dir unvoreingenommenes, professionelles und hilfreiches Feedback geben. So wirst du besser!

Es dauert eine Weile und erfordert etwas Mühe, diese Art Kritik zu finden. Schreibe eine Email an einen Fotografen, den du respektierst und schätzt oder versuche einen Termin mit einem Redakteur oder einer Galerie zu bekommen. Manchmal muss man dafür bezahlen – aber das ist es wert.

Schau dir objektiv jegliche Ratschläge an, aber suche dir sehr bewusst aus welche davon du einsetzt

Es muss dir egal sein, welche Ratschläge du bekommst, denn die Leute kennen dich nicht. Mir wurde einst gesagt: Meine Arbeiten wären zu kommerziell um als “Kunst” zu gelten … Ich solle stattdessen in den Fashion-Bereich wechseln. Schön und gut, aber ich wollte gar keine Fashionshoots machen – ich wollte in Galerien verkaufen. Sie leisteten einiges an Überzeugungsarbeit – mehr Fashion – viele Ratschläge wie ich meine Arbeit weiter kommerzialisieren könnte. Ich setzte mich hin und sammelte die Ratschläge um dann das Gegenteil zu tun. Die Ratschläge waren nicht die richtigen, aber dennoch war das vermittelte Wissen sehr wertvoll für mich. Im Moment sind die Verkäufe in Galerien ein wichtiger Punkt in meinem Einkommen.

Du wirst vielleicht nicht mögen was du hörst – sei dennoch still und höre gut zu.

Es geht bei Kritik darum, besser zu werden. Das heißt normalerweise, dass etwas, das du jetzt tust, noch verbessert werden kann. Es fühlt sich nie gut an, wenn man hört, dass man in einem bestimmten Teil nicht gut ist – je eher man es herausfindet, desto schneller kann man etwas dagegen tun. Ich habe in einem anderen Artikel schon geschrieben, wie wichtig meine Zeit bei Fotofest war – nicht wegen der vielen positiven Meldungen (ich habe vier Arbeiten verkauft), sondern wegen des Feedbacks. Schonungslose Ehrlichkeit schmerzt, aber ich habe in den zwei Wochen mehr gelernt, als in den 2 Jahren zuvor und meine Arbeit machte dadurch einen dramatischen Qualitätssprung nach vorne.

Achte nicht auf die Idioten.

Es gibt einige Leute da draußen, die nur darauf warten Kritik an neuen Fotografen zu üben, einfach nur um sie nieder zu machen. Darunter auch einige alte, verbitterte und abgestumpfte Berufsfotografen, die einfach nicht über die Tatsache hinwegkommen, dass sich diese Modeerscheinung “Digitalfotografie” immer noch hält. Ja, analog ist großartig, digital ist es auch und Mittelformat und Platten und was es da sonst noch so gibt in unserer Welt. Sei vorsichtig mit diesen engstirnigen Gesellen.

Verbessere dich als Geschäftsmann UND als Fotograf

Nur weil es viele Fotografen gibt, heißt das nicht, dass da kein Platz für dich ist

Eine große Menge Konkurrenz bedeutet nicht automatisch Misserfolg für ein neues Unternehmen. Der Erfolg eines neuen Unternehmens ist abhängig von der Qualität seines Produkts und von seinem Service, dem Ansehen welches es genießt, seinem Marketing Plan, seinem Engagement in der Fotografengemeinde, seinen Preisen und jeder Menge anderer Dinge. Jedes Unternehmen ist unterschiedlich – genau wie jeder Fotograf anders ist. Finde heraus was du bieten kannst und was sich von dem unterscheidet was es schon gibt. Das muss deine Strategie sein!

Mach dich bereit zu arbeiten … viel zu arbeiten

Ich kann ehrlich nicht sagen, wann ich den letzten freien Tag hatte. Wenn ich kein Shooting habe, bin ich am Fotos bearbeiten, Emails beantworten oder reiche meine Bilder ein. Plane, designe oder mache mir Gedanken über die Kosten des nächsten Shootings. Jede freie Minute verbringe ich mit irgendetwas, das mit Fotografie zu tun hat – und das ist sehr großartig – und das liegt an meiner Leidenschaft für die Fotografie. Wenn du keine Leidenschaft hast, ist es vielleicht nicht die richtige Branche für dich. Du musst wissen, dass deine Arbeitstage lang sind und deine freien Tage selten. Wenn es das ist, wonach du suchst … Willkommen an Bord!

Nutze ein Unternehmensmodel, welches für dich funktioniert

Wenn ich für Kunden arbeite, bin ich ein Shoot&Burner. Ich fotografiere komplette Sessions, bearbeite die besten Fotos und gebe sie digital an den Kunden. Das funktioniert für mich am besten. Mein Unternehmen baut nicht auf die Idee auf mit Prints Geld zu verdienen. Ich verdiene Geld mit den Kosten für die Shootings. Könnte ich mehr verdienen, wenn ich Drucke verkaufe? Vielleicht. Wäre es die investierte Mehr-Zeit wert? Nicht für mich. Ich will keine Kunden, die nach 8 Monaten wieder kommen und nach 9×13 Abzügen fragen. Da konzentriere ich mich lieber auf die nächste Hochzeit, gebe einen Workshop oder schreibe eine Email an eine Galerie. Jeder dieser Punkte hat für mich mehr Wert, als eine neue Bestellung von 9×13 oder 10×15 Abzügen.

Fühle dich nicht für eine Sekunde schlecht, wenn du als Shoot&Burner anfängst, weniger verlangst als andere, für umsonst arbeitest oder alles anders machst, als die eingesessenen Fotografen raten. Fakt ist: du musst am Anfang einer Karriere umsonst arbeiten und du musst weniger Gage verlangen! Es wäre ethisch nicht korrekt, wenn du es anders machen würdest. Du hast noch nicht die Erfahrung und das Können und nicht das Portfolio, um die Gagen von etablierten Fotografen zu nehmen. Und ganz ehrlich: Wenn deine niedrigen Preise den etablierten Fotografen die Aufträge weg nehmen, machen DIE etwas falsch, nicht du!

Hebe deine Preise an, wenn du es wert bist

Diese ganzen Shootings für umsonst oder für ganz billig, werden dich nicht ernähren können. Sobald du also ein anständiges Portfolio hast, musst du deine Preise auf ein Niveau anheben, das adäquat zur gebotenen Qualität ist. Und ja, du wirst dadurch Kunden verlieren, aber die Wahrheit ist: Jeder, der 50€ für ein Fotoshooting bezahlt ist kein Kunde – es ist jemand der einen Vorteil aus einem unglaublich gutem Deal zieht.

Unterschätze niemals die Macht von Social Media

Lerne wie du Social Media nutzt oder gehe verloren unter den vielen anderen. Ich weiss nicht, wann ich mir das letzte Mal ein Produkt von einer Firma gekauft habe, das ich in einer Zeitschrift oder Anzeige gesehen habe. Aber ich kann mich erinnern, wann ich zuletzt etwas beim ziellosen herum schauen auf Facebook gesehen habe, es angeklickt und gekauft habe. Das war heute Vormittag.

Andere Fotografen sind deine besten Freunde

Gute Fotografen spezialisieren sich mit der Zeit immer mehr. Es ist sehr normal, dass wir unsere Fähigkeiten, mit der Zeit, in bestimmten Bereichen weiter entwickeln. Das heisst aber auch, dass nicht jeder Fotograf in der Stadt das Gleiche fotografieren wird wie du. Und die, die im gleichen Feld tätig sind, werden nicht alle die gleiche Zielgruppe haben. Wenn du ein Hochzeitsfotograf bist, freunde dich mit anderen Hochzeitsfotografen an. Es gibt unzählige Hochzeiten in allen Preisregionen – viel zu viele für einen einzelnen Fotografen. Wenn du Hochzeitsfotograf bist, schicke die Babys zu den Babyfotografen, die Unterwäscheshootings zu den Boudoir-Fotografen, die Senioren zu den Senioren-Fotografen und sie werden dir die Hochzeiten schicken. Eine Empfehlung ist keine Einbahnstrasse, es ist ein Geben und Nehmen und jeder gewinnt.

Lass endlich dein dämliches Wasserzeichen weg

1.) Niemand wird deine Bilder stehlen. Du bist noch nicht gut genug. Es gibt viele, wesentlich bessere Fotos, die die Leute stehlen können.

2.) Ein gigantisches Wasserzeichen in der Mitte deines Bildes hält die Leute nicht davon ab es zu stehlen, es hält sie davon ab deine Arbeit zu genießen.

3.) Wer ein Bild wirklich stehlen will, wird sich von einem Wasserzeichen nicht stoppen lassen. Erst letzte Woche musste ich eines meiner Bilder für einen Flyer verwenden und hatte das Original nicht zur Hand. Ich habe es aus Facebook kopiert und das Wasserzeichen raus gestempelt und das Bild dann für den Flyer verwendet. Hat wunderbar funktioniert und etwa 6 Minuten gedauert. Das Wasserzeichen hat mich nicht einmal extra Zeit gekostet.

4.) “Aber das Wasserzeichen zeigt den Leuten wer das Foto gemacht hat! Und raus stempeln ist ein Beweis für eine vorsätzliche, kriminelle Handlung.” Na gut – in dem Fall mache winzig kleine Buchstaben irgendwo in eine Ecke, so wie es ein Maler auf einem Bild macht. Es braucht nicht das ganze Bild einnehmen und die Leute werden es einfach abschneiden.

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Überdenke wie du mit Niederlagen umgehst

“Es richtig machen” ist sehr subjektiv

Ein ganz großes Thema in der Fotografie ist das Finden des eigenen Stils. Und das geht für gewöhnlich mit vielen Fehlern einher. Ich erinnere mich, als ich versehentlich die Belichtungszeit zu lang eingestellt habe (weil ich am Anfang nicht wusste, wie kurz ich belichten muss um Bewegungen einzufrieren) und viele meiner Bilder waren unscharf – und ich LIEBTE es! Schnell habe ich gelernt wie man diese Unschärfen kontrollieren und ich sie so einsetzen kann wie ich es mir vorstelle. Was als kompletter Fehler begann (im herkömmlichen Sinn) war für mich ein großer Schritt nach vorn.

Freue dich über Fehler

Wenn du aus deinen Fehlern lernst, wirst du sie später, möglicherweise in entscheidenden Situationen, leichter vermeiden können. Also sei etwas offener für Risiken am Anfang. Ein Fehler auf deiner ersten Hochzeit wird dich nicht umbringen, niemand kennt dich und du fotografierst umsonst für Freunde. Wenn dir der gleiche Fehler bei einer Hochzeit passiert, auf der jemand 6000€ für dich bezahlt und du ein angesehenes Unternehmen führst, wird der Schaden viel größer sein.

Lerne die Regeln um sie später zu brechen

So sehr ich Regeln hasse, es gibt sie nicht ohne Grund. Als ich zum ersten Mal vom “Goldenen Schnitt” hörte, war ich sprachlos. Ich habe schnell alles in meinen Bildern danach ausgerichtet und war sehr angenehm überrascht. Und dann war ich gelangweilt. Der “Goldene Schnitt” ist jetzt die Regel, die ich am liebsten breche – aus Absicht, nicht aus Versehen. Das ist der Unterschied!

Stelle dir Aufgaben

Es ist sehr leicht, sich in dieser Branche fest zu fahren. Ein 365 Tage-Projekt oder eine 52-Wochen-Challenge ist ein schöner Weg die Sache etwas zu verändern. Und als kleiner Bonus wirst du anfangen Dinge zu fotografieren, die vielleicht neu für dich sind. Wenn du nur Familien fotografierst, nimm dir ein Tier-Shooting vor. Fahr irgendwo hin, wo du noch nie warst und mache Landschaftsaufnahmen oder versuche dich im Street Style. Du musst dich nicht komplett verändern, aber ich habe keine Zweifel, dass die neuen Fähigkeiten auch für den eigentlichen Bereich nützlich sind.

Erinnere dich immer daran warum du das tust.

Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe es aufzuwachen und zu fotografieren. Es ist auch eine Art Liebe, wenn ich mich vor meinem Computer versklave und 40 Stunden oder mehr an einem einzigen Bild arbeite, denn ich weiss: Am Ende wird es das alles Wert sein. Ich weiss auch, es ist genug Platz für neue, aufstrebende Fotografen und die Welt wäre ein besserer Platz, wenn mehr Leute ihren Gang zur Arbeit so lieben würden wie ich es tue. Alles in allem, lieber angehender Fotograf, vergiss niemals dein Ziel. Nimm alles an, lerne weiter, wachse, hinterfrage Dinge, fotografiere und mache einen Schritt nach dem anderen.

Ich kann nicht sagen, dass die Achterbahnfahrt irgendwann wirklich anhält und ich kann dir nicht sagen, dass du aufhörst dich wie ein Anfänger zu fühlen und irgendwie glaube ich auch,dass das gut so ist. In der Sekunde, in der wir denken alles zu wissen, sollten wir einpacken und aufhören. Ich hoffe für immer ein Anfänger zu bleiben!

Wenn du irgend jemanden brauchst, um über deine Achterbahnfahrt zu reden, schreib mir eine Email…

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44 Antworten
  1. Thomas says:

    Ich habe selten ein so umfassendes, ehrliches, motiviertes, kompetentes und leidenschaftliches Fotografen-Statement gelesen – PLICHTLEKTÜRE! Ich danke euch sehr für die Verlinkung……Und eine bitte: Erspart euch die wertvolle Zeit einer Korrektur. Wer in diesen Worten nach Fehlern sucht hat beim Lesen einen falschen Fokus gesetzt!

  2. Stefan Schwarz says:

    nicht nur, das wir das gleiche internetseiten-template benutzen (zufall), auch ihr erlebtes spiegelt meine eigenen erfahrungen wieder… ich mag diesen artikel sehr .

  3. Ton De Vrind says:

    Sehr guter Artikel, eine kurze Notiz auf dem Bild, wo ist die Reflexion des Seils 😉 😉 Danke.

    Very good article, a short note on the picture, where is the reflection of the rope 😉 😉 Thanks!

  4. Unahrt says:

    Ein wundervoller Artikel. Er beschreibt all das, was einem auf Facebook & Co begegnet und natürlich die eigenen Gedankenwege, die die Kreativität hemmen. Absolut gut und Seelenbalsam:-)

  5. Michele Fliedner says:

    Dieser Artikel ist wirklich klasse, sehr motivierend.
    Trifft mich als Anfänger gut. Vor allem der Teil “Mach dich bereit zu arbeiten”.
    Es ist anstrengend, wenn teilweise auch mal der ganze Urlaub drauf gehen kann für’s Fotografieren und alles, was damit zusammen hängt. Aber es macht einfach unvergleichlich viel spaß. Etwas, wofür ich gerne meine freie Zeit “opfere”.
    Danke für diesen Artikel 🙂

  6. Jens Kornfield says:

    Fantastische Worte. Ich hoffe ich werde auch bald so denken und handeln können. Im Moment (und das leider seit gut 10 Jahren) hänge ich noch in der “Findungs-Phase”, aber mit jedem Tag finde ich mich etwas mehr und mein Wunsch etwas mehr mit Fotografie zu machen wächst mit.

  7. Harald Mühlhoff says:

    ACHTUNG! Jemand hat die Seite von Jenna Martin (jennamartinphotoblog.com) infiziert! Bitte aktuell nicht darauf klicken! Vielleicht kann jemand von rawexchange.de Jenna Martina kontaktieren?

  8. FoVITIS says:

    Vieles stimmt. Das mit dem Wasserzeichen eher nicht. Meine Fotos werden ständig einfach genommen…gerade deswegen werde ich ein großes Wasserzeichen durch die Mitte jagen in Zukunft……. das macht die Fotos nämlich unattraktiver für das Klauen. Hatte es testweise schon mal gemacht und schon wurde gemeckert ^^ “Ich wollte das woanders hochladen blabla” ..

    Die Leute kennen einfach die “Regeln” nicht….

    Sicher macht es das Foto auch unattraktiver… aber will man Fotografische Dienste anbieten, oder den Leuten Kostenlose Fotos geben die sie sich Drucken können ?!

    Wasserzeichen wurden bei mir auch schon einfach entfernt…aber nicht solche die quer durch das Bild gehen… das geht dann nicht mehr, weil zuviele Bildinformationen dabei beeinflusst sind 😉
    Aber die in den Ecken…. ich bin natürlich doof und mecker dann nur rum… im Ausland lasse ich es löschen.. im Inland mache ich dann ein Angebot das viel zu Billig ist… erst kürzlich wurde von einer Messe ein Foto genutzt von der Person die ich dort Fotografiert hatte und das Wasserzeichen entfernt….viel zu billiges Angebot gemacht (regulärer Fotopreis)… Person hat es angenommen… trotzdem musste ich 2x daran erinnern das die Zahlung offen ist…
    Kommentar eines Kollegen der sowas ständig hat (macht Pressefotos also nur Stars und Sternchen) “Da warst Du wohl zu billig”

    Das mit dem zusammentun sehe ich ähnlich. Ich habe z.B. mit Tierfotos, Kinder und Babyfotos kaum etwas am Hut. Habe auch schon Aufträge weitergegeben erst kürzlich für Bewerbungs und Passfotos. Früher hat eine “Kollegin” mir auch 1-2h Hochzeiten zugeschoben weil sie selber Termine hatte an den Tagen und für längere Shootings.
    Inzwischen aber hat sie selber einen Auftragsmangel und nimmt alles was sie kriegen kann.

    Was Preise angeht… her werden 4h Fotografen für 50.- gesucht für Hochzeiten…..
    Ich hatte eine Anfrage ca. 1 Woche vor der Hochzeit… die fanden damals 2h für glaube 250.- zu teuer und wollten auch noch kostenlos Exclusivrechte haben… dann lieber kein Auftrag dachte ich mir…bin dann woanders Fotos machen gewesen.

    Es kommt in erster Linie auf den Wohnort an, gefolgt von den Personen/Kundenkreis den man hat und dann erst der Rest wie Können etc…. ich kenne schlechtere Fotodesigner/Fotografen die mehr Aufträge haben….

    Problem ist auch wenn Anfragen kommen die man eher nicht erfüllen kann…und wo man keine Kontakte hat… z.B. Produktfotos mit Freistellung die viele für 10.- das Stück anbieten und sich darauf spezialisiert haben… wer überwieged Potrait und Events macht wird das eher nicht wollen…dennoch hat man solche Anfragen eher als für das was man eigentlich macht…weil es mehr gefragt ist und die Leute dort stärker nach dem billigsten Preis suchen…

    Aktuell verbringe ich auch viel Zeit mit dem Optimieren und Ausbauen…. dieses Jahr will ich einiges ändern und wenn es sich nicht bessert…. könnte das Gewerbe durchaus wieder im Hobby enden. Fotografen gehören eh mit zu den am schlechtesten Bezahlten Berufsgruppen.

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