Eine unserer Hauptaufgaben besteht darin, zu überlegen wie wir Dinge für den Composite-Artist leichter oder unsere Dateien vielseitiger machen können.
Wir verbringen also viel Zeit mit experimentellen Versuchen und die meisten landen irgendwo in einer Schublade und sehen nie das Tageslicht – andere schaffen es in den Store.

Zum Beispiel hier unser Projekt “The Mill“, das uns ziemlich gefordert hat und uns immer neue Herausforderungen bringt:

Diese zugegeben etwas sperrige Photoshop-Datei hat es in sich: Mit 100 Megapixeln Auflösung, über 30 einstellbaren Lichtquellen und der Tiefenmaske ist dieser Composite-Hintergrund ziemlich variabel einzusetzen.
Man kann die Lichtsetzung komplett verändern, kann Teilbereiche in hoher Auflösung extrahieren und natürlich die Tiefenschärfe nachträglich verändern. Komplette Freiheit für den Photoshop-Freund.

Leider ist dieses Konzept nicht auf Model-Stocks übertragbar – das wäre wirklich großartig – hier noch ein Rim-Light oder hier noch etwas Licht von links oder rechts. Jede Ebene ist bei The Mill eine eigene Aufnahme und das funktioniert natürlich nur, weil sich die Mühle nicht bewegt hat (brave Mühle).

Jetzt haben wir es aber doch geschafft – zumindest teilweise. Das Prinzip dahinter kam uns bei den Arbeiten am Tutorial “Farben und Photoshop“. Der Tischtennisball wurde aus zwei Richtungen mit unterschiedlichen Farben fotografiert. Diese lassen sich dann über die Kanäle leicht trennen:

Im RGB-Bild (links) sehen wir zwei Schatten, während der Rot (Mitte) und Grün (rechts) – Kanal eigentlich nur eine Lichtquelle zeigt.

Es lag irgendwie nahe, diese Erkenntnis in der Praxis anzuwenden – das hier war unser Aufbau (Test in Set-a-Light wie immer bei komplexen Situationen)

Hier haben wir einen reinen roten Hintergrund, ein grünes Hauptlicht und ein blaues Streiflicht – und diese Lichter lassen sich über die Kanäle super trennen. (Rendering erstellt mit set.a.light 3D)

Also haben wir unsere Koffer gepackt und sind spontan in’s Studio gefahren und haben das am lebenden Objekt getestet.
Der Hintergrund wurde komplett rot gefärbt (mit einfachen Farbfolien), das Hauptlicht (eine Softbox) haben wir blau gefiltert und das Streiflicht wurde komplett grün. So sieht das dann aus:

Dazu haben wir uns noch eine kleine Photoshop-Aktion gebaut, die die Farb-Kanäle in normale Ebenen kopiert, denn Kanäle kann man ja nicht in der Deckkraft verändern.
Also Bild geöffnet, Aktion abgefeuert und dann fängt das spielen an – und das macht richtig Spaß:

Diese 6 Bilder sind genau eine einzelne Aufnahme – über die Ebenen-Deckkraft können die Lichtquellen beliebig gemischt werden.

So sieht das in Photoshop aus:

Und weil wir wissen wie gerne ihr selbst spielt, hier eine kleine .zip mit der Aktion und drei Bildern: DOWNLOAD (2MB)

Wer jetzt denkt: “Hui, da wird ein Traum wahr”, muss sich leider etwas bremsen, denn es gibt da mehrere kleine Probleme:
– funktioniert nur bei Schwarz-Weiss-Bildern (aber das kann man ja nachträglich wieder colorieren)
– der Kampf gegen das Banding bekommt eine ganz neue Qualität
– das Setup ist sehr schwer einzuschätzen, die Lichtsetzung wird sehr kompliziert.
– die Retusche könnte komplex werden…

Wer das nachmachen will, hier ein Tip:
Versucht die Farben nicht komplett voneinander zu trennen – an den dunklen Kanten zwischen den Farben entsteht ganz schlimmes Banding.
Man macht es also anders als beim fotografieren mit Gels, wo man versucht zugunsten einer höheren Sättigung die Farben 100%ig zu trennen.

Fazit: Sinnfrei aber geil.
Viel Spaß beim spielen!

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