Wir kennen das Problem – man möchte ein (hoffentlich) sauber bearbeitetes Bild zum Drucken schicken und macht sich auf die Suche nach geeigneten Nachschärf-Methoden. Also lustig ein Filterchen geöffnet und an den Reglern herum gedreht, bis das Bild ordentlich scharf ist. Natürlich wissen wir, dass man für den Druck mehr nachschärfen muss, also wird noch ein bisschen weiter gedreht als man das für die Bildschirmwiedergabe machen würde.

Alles richtig gemacht? Wohl eher nicht.

Wer sich viel mit Bildern und Retusche auseinander setzt, erkennt ein überschärftes Bild sofort. Üblicherweise sind es die Haare, die strohtrocken werden, aber auch die Haut leidet zusehends unter der Überschärfung.

Glücklicherweise gibt es für den Druck eine Formel, die die optimale Schärfung vorgibt! 

r ist hier der Radius, der zum Beispiel beim unscharf maskieren verwendet wird. Den wollen wir heraus finden.

Dazu benötigen wir zuerst die Distanz (d). Das ist der Abstand, aus dem das Bild üblicherweise betrachtet werden soll. Er wird in Zoll angegeben (zur Erinnerung: 1 Zoll entspricht 2,54 Zentimeter).

Des weiteren ist die Auflösung des Bildes wichtig (res), diese wird in dpi angegeben, also in dots per inch.

Ein Beispiel: Ich möchte meine Wohnzimmerwand mit diesem wundervollen Bild des Mädchens in der Hecke verschlimmbessern und natürlich will ich die maximale Bildschärfe erreichen. Meine Couch steht 4 Meter von diesem Bild entfernt und da sitze ich jeden Tag. Das ist mein optimaler Betrachtungsabstand (4 Meter = 157,48 Zoll). Mein Bild ist mit 240dpi aufgelöst) und damit ergibt sich folgende Berechnung:

Das Ergebnis – also mein optimaler Schärfungsradius beträgt 15,11808 – also 15,1 – denn Photoshop erlaubt ja keine präzisen Angaben…

Dieser Wert ist zwar genial, aber auch mit Vorsicht zu genießen, denn er geht vom optimalen Druckmedium aus – und das gibt es nicht wirklich. Auf Leinwand, Canvas oder mattem Papier benötigt man dann doch wieder die Erfahrungswerte, denn da kann auch mal eine höhere oder niedrigere Schärfung von Nöten sein.

Dennoch fällt hier eines auf: Die Größe des Bildes ist völlig unerheblich, nur der Betrachtungsabstand und die Auflösung pro Inch entscheiden über die Schärfe.

Was hat der Betrachtungsabstand damit zu tun?

Nun, der Abstand bestimmt, welche Details unser Auge überhaupt noch wahrnehmen kann in der Entfernung. Diese Details sollten dann natürlich dem Schärferadius wieder entsprechen. Das Thema Detailwahrnehmung beim Auge ist auch extrem spannend und hier auch wieder wichtig, aber das kommt im nächsten Teil zum Thema “Druck”.

Übrigens, wenn du keinen Bock hast die Formeln immer händisch auszufüllen oder dir gar zu merken, findest du auf der Seite www.fotodruck.tirol einen praktischen Rechner und noch mehr Infos und vor allem noch mehr Optionen für die Berechnung der Schärfe-Einstellung (Scrolle hinunter bis zu dem Punkt “Hintergrundwissen zur benötigten Auflösung”).
Die Seite ist auf jeden Fall ein Bookmark wert.

PS: Dieser Text stammt in seiner Essenz von Paul Santek, dem Betreiber der genannten Seite – ich hatte auf dem BarCamp das Vergnügen einer Session von ihm zu lauschen und bin ziemlich hin und weg vom Thema Druck gerade. Denke da wird noch ein bisschen was nachkommen.

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