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Einfach schönere Bilder – Mein Leben ohne die Frequenztrennung

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Es gibt unzählige Artikel zum Thema Frequenztrennung und die Technik ist sehr verbreitet und beliebt. Trotzdem (oder gerade deswegen) macht mir der Hype darum ein wenig Sorgen. Die häufige Anwendung und vor allem ihr Missbrauch führt dazu, dass die Frequenztrennung mittlerweile immer mehr für schlechte Retusche und wahrlich schaurige Arbeiten verantwortlich ist. Ich bin nicht der Meinung das man die Technik gänzlich verbieten sollte, habe aber das Gefühl wir müssen die Art und Weise wie sie eingesetzt wird grundlegend ändern.

Es gibt keinen Zweifel, dass Frequenztrennung (FS) eine revolutionäre Technik ist, mit der wir viele Dinge anstellen können, die bisher unmöglich waren. Leider ist es diese Macht, die uns ein falsches Gefühl der Sicherheit gibt. Die landläufige Meinung ist, dass es im Grunde egal ist, was man auf der Farbebene anstellt, da ja die Textur immer erhalten bleibt – immerhin hat man die zwei von getrennt. Diese Annahme ist alleine deshalb schon falsch, weil “Textur” neben hochfrequenten Informationen auch “mittlere Frequenzen” benötigt, um vernünftig auszusehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die niedrigfrequente “Farbebene” unwichtig für ein realistisches Bild ist. Wer sich unsicher ist über die Begriffe Texturebene und Farbebene, dem sei Julia’s ausführlicher Artikel [Anm. der Red.: Hier in deutsch] nahe gelegt.

Um es klar zu sagen: Ich glaube die Frequenztrennung hat ihren Platz in der modernen Retusche und ich benutze sie selbst auch immernoch sparsam in meinen Fotografie und Retouching Kursen bei RGG EDU., allerdings musste ich erst eine Reihe von Fehlern machen, bevor ich diesen Punkt erreichte. Über zwei Jahre lang vertraute ich auf die Frequenztrennung und habe eine gute Reihe von Bildern ruiniert. Diese Bilder habe ich nahezu komplett aus meinem Portfolio entfernt und beginne nun mit einem komplett neuem Ansatz. In manchen Genres mag der Look, der mit der FT erzeugt wird, akzeptabel sein, in der Fashion Fotografie und dem Großteil der kommerziellen Arbeit ist es aber eine gute Idee diesen Look zu vermeiden und eine Idee “nicht ganz perfekt” und “Natürlichkeit” zu erhalten. In diesen Genres ist das erste was wir akzeptieren müssen, dass ein Bild nicht einem komplett unrealistisch perfektem Beauty-Standard folgen muss, sondern ein paar “Unperfektheiten” ok sind – manche sollten sogar unterstrichen werden. Wenn man bei der Bearbeitung nach technischer Perfektion streben muss um zu einem guten Ergebnis zu kommen, vielleicht war dann das Ausgangsmaterial einfach nicht gut genug? Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, wie kann man die FT nutzen und die Bilder immer noch natürlich belassen? Hier ein paar Dinge die man tun sollte und einige die man besser unterlässt. Hoffentlich sind diese Punkte ein paar Denkanstöße und helfen bei eurer nächsten Retusche.

 

Frühere Bearbeitung mit zuviel Frequenztrennung (Copyright Michael Woloszynowicz)

Frühere Bearbeitung mit zuviel Frequenztrennung (Copyright Michael Woloszynowicz)

Durch Vermeidung der FT natürlicheres und unbearbeiteter wirkendes Ergebnis (copyright Michael Woloszynowicz)

Durch Vermeidung der Frequenztrennung natürlicheres und unbearbeiteter wirkendes Ergebnis (copyright Michael Woloszynowicz)

Wenn es irgendwie möglich ist, vermeidet die Frequenztrennung

Mein wichtigster Tip an Euch ist: Verwendet die Frequenztrennung nicht als Standard-Retuschier-Technik. Seht sie lieber als letzte Hoffnung, falls alles andere versagt. Versucht umzudenken von “Ok, lasst uns mal eine Frequenztrennung anlegen und loslegen” zu “Mal sehen ob dieses Bild ein Problem hat, das ich ausschließlich mit der Frequenztrennung in Griff bekomme”. Mit dieser einfachen Frage vermeidet ihr die Falle der sinnbefreiten Nutzung der FT. Die meisten Dinge, für die die FT verwendet wird, bekommt man mit ein paar Einstellungsebenen, Reparaturwerkzeugen und Dodge&Burn in den Griff. Die folgenden Gründe sind sehr häufige Impulse für eine Frequenztrennung:

  1. Ich höre immer wieder von der FT und es klingt so toll, ich sollte das auch versuchen
  2. Ich habe mich an die FT gewöhnt und so nutze ich das halt weiter
  3. Ich verstehe nicht, wie die anderen Werkzeuge funktionieren, die Photoshop für die Probleme bietet
  4. Ein anderes Werkzeug wäre zu zeitaufwendig oder zu schwierig

Von diesen Punkten ist der vierte der einzige, der die FT rechtfertigt oder bei dem sie sogar empfohlen sei und ich werde einige solche Szenarios in diesem Artikel anreissen. Während der beste Rat ist, die FT  komplett zu meiden, sollten diejenigen, die sich entschließen weiter die FT zu nutzen, zumindest einige der folgenden Empfehlungen beherzigen.

Benutzt Frequenztrennung um Texturen zu verstärken oder zu repairieren

An rein texturbasierten Problemen ohne Frequenztrennung zu arbeiten ist herausfordernd und mühsam. In diesem Fall spart die FT viel Zeit und kann dabei helfen, ein besseres Ergebnis als durch andere Ansätze zu produzieren. Wenn man sich im Bild unten den Bereich der Wange dicht an die Nase ansieht, werdet ihr die verbesserte Textur auf dem rechten Bild bemerken, die durch eine “Textur-Ersetzung” mittels FT erreicht wurde. Für eine Demonstration und Diskussion zum Thema “Textur ersetzen mit FT” besucht meinen Artikel und Video über das Thema [en].

Textur verbessert durch "Textur Ersetzung" im Bereich neben der Nase (Copyright Michael Woloszynowicz)

Textur verbessert durch “Textur Ersetzung” im Bereich neben der Nase (Copyright Michael Woloszynowicz)

Nutzt die Frequenztrennung am Anfang des Workflows

Einer der Hauptgründe warum Frequenztrennung bei professionellen Retouching Agenturen ein Stirnrunzeln verursacht, ist die Tatsache das sie destruktiv ist und nicht wie bei einer Einstellungsebene einfach “etwas zurückgenommen” werden kann. Aus diesem Grund gibt es eigentlich keinen guten Platz für die Frequenztrennung im Workflow, ein Kompromiss ist es sie am Anfang einzusetzen. Noch bevor irgendwelche Farbkorrekturen, Dodge & Burn oder andere Korrekturen vorgenommen werden. Da unser erklärtes Ziel ist die FT sparsam einzusetzen, sollte das FT-Ebenenset nur subtile Korrekturen von der Ebene darunter enthalten und so auch ein gewisses Maß an Deckkraftänderung erlauben, sollte dies nötig sein. Ab dem Moment, in dem FT eingesetzt wird, sind die Ebenen darunter gerastert und lassen keine weitere Änderung mehr zu. Wenn ihr für euch selbst bearbeitet mag das non-destruktive Arbeiten nicht unbedingt erforderlich sein, aber es ist wichtig diesen Punkt hier zu nennen.

Nutze die Frequenztrennung in sicheren Bereichen

Es gibt Bereiche im Bild, wo die FT ziemlich sicher verwendet werden kann und andere, wo Gefahr lauert. Wenn Ihr Flecken mit Farbverschiebungen feststellt, kann die FT deren Korrektur beschleunigen. Während diese auch mit Reparatur- oder Einstellungsebenen gelöst werden können, gibt es oft keinen Schaden bei der Bearbeitung mit FT – wenn man die Farbverschiebung nicht zu groß ist. Die sichersten Bereiche haben relativ flache Oberflächen ohne große Helligkeitsunterschiede. Dazu gehören die Stirn, Brust, Beine und Teile der Wangen. Umgekehrt sind Bereiche zu vermeiden, die viele Helligkeitsunterschiede haben und die Konturen des Gesichts definieren. Dies sind der Bereich um den Mund, Nase, Augen und Augenbrauen, Hände, bestimmte Flächen des Halses und der Nasolabialfalten. Das Bild unten zeigt ein kleines, aber wichtiges Problem, das oft durch FT in diesen “Gefahrenzonen” vorkommt: wichtige Konturen werden versehentlich abgeflacht.

Beachten Sie die Abflachung der Kontur um die Lippen auf der rechten Seite (Copyright Michael Woloszynowicz)

Beachtet die Abflachung der Kontur um die Lippen auf der rechten Seite (Copyright Michael Woloszynowicz)

 Achtet auf die Richtung von Licht und Schatten

Unabhängig davon, ob Ihr in den sicheren oder unsicheren Zonen arbeitet, ist eines der wichtigsten Dinge die Richtung von Licht und Schatten und der allgemeinen Konturen des Gesichts. Änderungen dieser Konturen durch Verändern der Helligkeitspegel ist einer der größten Faktoren für eine schlechte FT-Anwendung. Bei Veränderungen in diesen Flächen ist folgendes sehr wichtig:

  • Entsprechende Pinselgröße – kleinen Pinsel für Bereiche mit vielen Veränderungen, größeren Pinsel für flachere Flächen (im Bild unten gezeigt)
  • Wenig Deckkraft/Fluss – Änderungen nach und nach auftragen
  • Richtige Zeichen-Richtung – immer parallel zum Lichtwechsel malen und nie senkrecht dazu (siehe Bild unten)
  • Immer wieder Farbe aufnehmen – male nur kleine Flächen mit der gleichen Farbe, anschließend wieder neue Farbe aufnehmen
  • Viel, viel Praxis und Zurückhaltung
Wählen Sie die richtige Pinselgröße (Copyright Michael Woloszynowicz)

Wählt die richtige Pinselgröße (Copyright Michael Woloszynowicz)

Pfeile stellen die Richtung der Pinselstriche das, Punkte stehen für eine weitere Farbaufnahme (Copyright Michael Woloszynowicz)

Pfeile stellen die Richtung der Pinselstriche das, Punkte stehen für eine weitere Farbaufnahme (Copyright Michael Woloszynowicz)

Benutzt Ebenenmischmodi und Backup-Layer

In der perfekten Welt sollte die FT nie die Helligkeitsinformationen eines Bildes ändern, solange man an der Farbe arbeitet. Helligkeitsunterschiede sollten mittels Dodge & Burn gemacht werden, eine Technik mit mehr Kontrolle und mehr Sicherheit. Um unbeabsichtigte Helligkeitsunterschiede zu vermeiden und nur die Farbflecken zu bereinigen, nutzt die Ebenenmischmodi “Farbe” oder “Farbton” auf einer extra-Ebene (siehe Bild unten) und kümmert Euch später mit D&B um die Helligkeitsprobleme. Es mag so wirken als ob kein gravierender Unterschied zu sehen ist, aber man macht sich mit einer ordentlichen “Arbeitsgrundlage” die Arbeit mit non-destruktiven Techniken wie D&B später leichter. Achtet beim Farbe wählen darauf, aus seinem Bereich ähnlicher Helligkeit aufzunehmen, da die Sättigung zwischen Licht, Schatten und Mitteltönen stark variiert. Wenn ihr den Mischmodus “Farbton” (statt Farbe) für die zusätzliche Ebene nutzt, könnt ihr dies umgehen, allerdings wird dann unter Umständen eine spätere Farbkorrektur notwendig. Verwenden von Backup-Ebenen ist einfach ein pragmatischer Ansatz. Bereiche, die durch die FS-Anwendung falsch aussehen, können einfach wieder hergestellt werden.

Nutzt Füllmethoden und Backup-Schichten (Copright Michael Woloszynowicz)

Nutzt Füllmethoden und Backup-Schichten (Copright Michael Woloszynowicz)

Nutzt die Frequenztrennung nicht auf Schwarz-Weiss-Bildern

Da wir ja schon festgestellt haben das die Frequenztrennung nicht optimal ist, was Helligkeitsunterschiede angeht, ist es eine denkbar schlechte Idee sie bei einem Bild anzuwenden das ausschließlich aus Helligkeitsinformationen besteht. Schwarz-Weiss-Bilder sollten ausschließlich mit Dodge & Burn und Reparaturwerkzeugen bearbeitet werden und bieten so eine gute Übung für diese Techniken. Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist, wenn ihr rein auf Textur basierten Problemen arbeiten, wie sie oben beschrieben sind.

Frequenztrennung nur dann auf Schwarz-weiss-Bilder anwenden, wenn ausschließlich Texturprobleme bearbeitet werden (Copyright Michael Woloszynowicz)

Frequenztrennung nur dann auf Schwarz-Weiss-Bilder anwenden, wenn ausschließlich Texturprobleme bearbeitet werden (Copyright Michael Woloszynowicz)

Nutzt die Frequenztrennung nicht für große Bereiche mit Farbproblemen

Obwohl wir die Ebenenmischmodi Farbe und Farbton und die damit verbundene Sicherheit bei Farbverschiebungen oben besprochen haben, sollte dies nicht als Freipass für große Farbänderungen gesehen werden. Wenn zum Beispiel Hals und Gesicht unterschiedlicher Farbe sind, ändert das mit einer einzelnen, maskierten Einstellungsebene und nicht mit der FT. Denkt daran, wir möchten eine gleichmäßige Farbänderung über alle Oberflächen (Helligkeiten) und nicht die vollständige Ersetzung mit einer anderen Farbe. Genau aus diesem Grund ist die Arbeit mit mehreren Einstellungsebenen und Masken sicherer als die Frequenztrennung und dieser überlegen; die Erstere ist eine Verschiebung, Letztere ist eine Ersetzung. Betrachten wir den Fall einer Fläche – wie den Hals. Der Hals ist nicht flach und hat mehrere Flächen über die das Licht unterschiedlich fällt. Diese Flächen sind nicht nur unterschiedlich hell, sie sind auch unterschiedlich gesättigt. Durch die Arbeit mit einer Einstellungsebene wird die ursprüngliche Sättigung und Helligkeit erhalten und nur in die eine oder andere Richtung verschoben. Wenn wir anfangen mit einer Farbe über diese Stellen zu malen (und das gilt auch für den Mischmodus “Farbe”), ersetzen wir die Farbe komplett und verlieren die Originalfarbe – anstatt die Farbe einfach anzupassen bzw. zu verschieben (wobei Sätting und Helligkeit gleich bleiben). Manchmal ist das gewollt, oft aber nicht und steht an dieser Stelle als eine der gefährlichsten Fehler, die durch die Frequenztrennung passieren. Wer von diesem Konzept etwas verwirrt ist oder es nicht komplett versteht, sollte meiner Meinung nach die FT komplett aus seinem Repertoire verbannen.

Ich hoffe ihr könnt jetzt verstehen, dass die Frequenztrennung oberflächlich betrachtet zwar wie eine sehr einfache Technik klingt, etwas tiefer aber viele Nuancen lauern, die verstanden und eingehalten werden müssen, bevor man die Technik gefahrlos verwenden kann.

Glaubt an eine Welt außerhalb der Frequenztrennung

Dies war für mich einer der schwierigsten Tipps bei meiner eigenen Entwöhnung. Frequenztrennung ist ein bisschen wie eine Droge, sie repräsentiert Komfort und Macht in einem einfachen Paket. Wir können so viel mit einem einzigen Pinselstrich, dass sich Einstellungsebenen rückständig und etwas archaisch anfühlen.

Viele dieser Techniken mögen antiquiert wirken, denn es gibt sie ja schon seit geraumer Zeit – einige sind noch aus der Zeit der Dunkelkammern – aber sie haben den Test der Zeit überstanden. Sie werden uns nicht verlassen und das aus gutem Grund.

Fangt an euch ein Zeitlimit zu geben für den Teil “Frequenztrennung”. Wenn es derzeit 30 Minuten sind, dann versucht es auf 20 Minuten zu begrenzen. Dann auf 10 Minuten und so weiter.

Bald werdet ihr feststellen, dass fünf Minuten Anwendung euch alles geben, was ihr wirklich braucht um eine große Retusche zu vollenden. Die Ergebnisse werden sich verbessern und mit diesem ganzen Entwöhnungsprozess seid ihr bessere Bildbearbeiter geworden. Eure Ergebnisse werden runder.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf fstoppers.com. Übersetzt von RAWexchange und veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Autor 
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20 Antworten
  1. Sascha says:

    FT ist kein Teufelszeug oder eine Technik.
    Es ist nur ein Werkzeug (von zig anderen)…

    ich bin Fan von Michaels Sachen aber zum Thema nondestruktiv hat er unrecht.
    zB. Fx-rays.com (Doms) weg…

    …ist wie überall…es ist NUR ein Werkzeug!
    Man muss lernen wie man es am am besten und wo und wie einsetzt.
    man kann mit einem Zimmermannshammer ne Wand einreißen und mit nerm Vorschlaghammer nen Nagel ins Holz klopfen, in wiefern beides zu gegebenem Anlass sinnvoll ist muss jeder selbst wissen 🙂

  2. Kees van Surksum says:

    Die kritischen Töne sollten eher der Behandlung NACH der Trennung von Farbe und Struktur gelten. Frequenztrennung ist nämlich nur die Trennung von Tonwerten und Strukturen in zwei Ebenen. Nicht mehr und nich weniger. Was man dannach anstellt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Somit sollte man “ruinierten Bilder” nicht der Methode, sondern dem Umgang damit zuordnen …

    • Kees van Surksum says:

      Aber klar, das ist was ich meine, wenn ich schreibe “was danach?”. In meinem Berufsalltag überlege ich mir natürlich jedes Mal, ob sich die Methode lohnt, bzw. sie notwendig ist. Unstrittig ist m.E., dass sie zu viel feineren Ergebnissen führt als jegliche Plugins und Schnellwerkzeuge. Auch bei Alltagsporträts manchmal unumgänglich, wie z.B. bei Personen mit einer sehr unreinen Haut. Da kann man tolle, und vor allem natürliche Ergebnisse erzielen, die ich (bislang) mit keiner anderen Methode erreiche.
      FT ist ein Prezisionsinstrument mit dem man umzugehen wissen muss. Das ist das eigentliche Problem.
      Ich denke, es ist so wie bei HDR: Die meisten wissen sich nicht zu beherrschen und/oder haben einfach keinen so feinen Geschmack und enden mit der FT zu ähnlich überarbeiteten Ergebnissen als bei der HDR-Technik.

    • Kees van Surksum says:

      Nun ja, auch hier gilt: Es ist nicht die HDR-Technik selbst, sondern eher die Tonemapping hinterher, die bei den meisten die Bilder “ruinieren”. Und es stimmt – die moderne Kameras mit bis zu 15-16 LW Kontrastumfang, machen HDR meist überflüssig. Man muss dann natürlich vor Ort wissen, was man macht und da sind die Belichtungsreihen oft nur Bequemlichkeit. Und wenn mehrere Belichtungen, reicht meist eine Luminanzmaske in Ps.

  3. Nils Petersen says:

    “Über zwei Jahre lang vertraute ich auf die Frequenztrennung und habe eine gute Reihe von Bildern ruiniert”

    Sorry, aber da ist doch nicht das Werkzeug schuld dran. Du musst doch beim Bearbeiten merken ob es scheiße aussieht oder nicht.

    • RAWexchange says:

      Wenn es jeder merken/sehen würde, würde man nicht an jeder Ecke Negativbeispiele sehen. Frequenztrennung ist nunmal eine Technik die viel Aufmerksamkeit braucht, aber gerne als “easy Standardmethode” angepriesen wird.
      Man muss – wie immer in der HiEnd-Retusche – lernen mit den Techniken umzugehen und man muss das Auge trainieren die Fehler zu sehen.

    • RAWexchange says:

      FS und IHP sind zweifelhafte Techniken, die man mit sehr viel Sorgfalt anwenden sollte. Wenn du schreibst “Ich selber nutze…” klingt das nach einem Standard-Workflow. Nicht immer werden die Frequenztrennung und Invertierter Hochpass wirklich benötigt – und genau darum geht es in diesem Artikel. Die richtige Technik in der richtigen Dosis.

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