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Du hast sehr viel positives Feedback auf dein Star-Wars-PreWedding-Projekt bekommen, wie fühlt sich das an?

Ich war überwältigt, wie das Projekt eingeschlagen hat, das haben wir nicht erwartet. Auch das Brautpaar, für das wir das Projekt ja produziert haben, freut sich sehr über das weltweite Aufsehen. Es ist für alle Beteiligten ein Bonus.

Habt ihr sonst nicht so viel Feedback im Web?

Das war das erste Mal, dass ein Projekt viral so abging. Auch andere Sachen von uns haben schon Aufmerksamkeit im Web erzeugt, etwa unsere Tokyo Ghoul-Serie mit Yuegene Fay, einer international bekannten Cosplayerin. Ihre große Fangemeinde hat dafür gesorgt, dass das auf Facebook schnell groß wurde.

Das Star Wars-Projekt wurde durch ein Interview auf DIY-Photography bekannt, zudem ist der Hype um Star Wars derzeit sowieso schon losgebrochen, da Episode VII bald in die Kinos kommt. Da wir ebenfalls große Fans davon sind, haben wir die Welle mitgeritten.

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Deine Motive sind ja teilweise schon vorher festgenagelt, weil du schon bestehende Charaktere oder Filme als Grundlage nutzt. Du musst also kein Motiv finden, sondern es eher perfekt treffen, oder?

Je nach Kundenwunsch bilden wir Dinge nach, um realistische Darstellungen von dem zu erschaffen, was jemand in den Originalen sieht. Das sieht einfach aus, kann aber sehr kniffelig sein. Wir versuchen dabei so viele Effekte wie möglich einzubauen, um die Bilder möglichst realistisch aussehen zu lassen – Rauch, Regen und manchmal Feuer werden direkt am Set generiert. Dafür haben wir inzwischen viele Methoden entwickelt.

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Kannst du bei soviel Vorgabe noch kreativ sein?

Ich nehme mir auch hin und wieder die Freiheit, etwas anderes, ausgefallenes zu machen, in dem ich meine Kreativität beim Storyboarding auslebe. Inspiration ziehe ich da dann aus den schon bestehenden Werken und versuche daraus etwas eigenes zu machen. Dann folgt die Experimentierphase, wo ich merke, dass bestimmte Dinge nicht funktionieren, weshalb ich sie dann meist ändere. Ich habe inzwischen gemerkt, dass Fotograf sein sich vor allem ums Probleme lösen dreht. Lösungen für das Unmögliche finden.

Bei der Star Wars-Serie habe ich mich vor allem von den Trailern des Onlinespiels „Star Wars: The Old Republic“ und natürlich von den Filmen inspirieren lassen. Daraus habe ich dann Szenen gebaut, die uns eine eigene Storyline mit Star Wars-Thema für das Pre-Wedding-Buch des Brautpaars ermöglicht haben.

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Die Bilder, die jetzt gerade das Web begeistern. Wie funktioniert die Story?

Wir haben nicht alle Bilder online gestellt, sie sind ja exklusiv für das Brautpaar gedacht. In der Geschichte verlieben sich zwei Jediritter, das Brautpaar Adeline und Adrian. Der Bräutigam wendet sich dann aber der dunklen Seite der Macht zu und kämpft daher später gegen seine Braut. Als die Sith-Lords – die Trauzeugen – Adeline angreifen, merkt Adrian wo er hingehört und kehrt zurück auf die Seite des Lichts.

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Wie bereitest du so ein Shooting vor? Ein großes Storyboard ist viel mehr Arbeit als ein einfaches Briefing vor dem Shooting, oder?

Ich habe viele Trailer und Filme angesehen und bekomme Inspiration von überall her, das Internet ist eine wundervolle Quelle für Inspiration. Vor allem aber checke ich absolut genau, was sich meine Kunden vorstellen. Ich höre mir auch ihre Ideen an, vergleiche meine Notizen damit und gehe dann ans Experimentieren. Die Vorbereitung dauert manchmal Monate, nur für einen Shooting-Tag. Und selbst da wird vieles noch auf später verschoben, etwa die Spielzeugfotografie im Studio.

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Gutes Stichwort! Für die Raumschiffe und Roboter des Star Wars-Projekts hast du Spielzeuge fotografiert und später via Photoshop eingefügt. Oder hast du da auch mit Forced-Perspective-Tricks gearbeitet?

Ich habe bisher nicht mit Forced Perspective gearbeitet. Die Spielzeuge meiner Sammlung sind sehr selten und entsprechend wertvoll. Ich will sie daher nicht mit auf Outdoor-Shootings nehmen und riskieren, dass sie kaputt gehen. Die meisten unserer Shootings sind zudem nachts, dabei Kleinteile in der Dunkelheit zu verlieren wäre ein zu hohes Risiko. Der Millenium Falcon auf dem Cover des Buchs etwa ist sehr schwer zu bekommen. Ich hatte das Glück, letztes Jahr einen zu ergattern und sogar der war nicht komplett. Er hat viele bewegliche Teile, die leicht abhanden kommen, ohne dass das gleich jemandem auffällt.

Zudem müssen die Spielzeuge in Photoshop modifiziert werden, einige Teile werden dabei auch in Größe und Maßstab angepasst, um einen realistischeren Look zu erzeugen. Das Teil in Forced Perspective zu haben, würde dabei wahrscheinlich sogar den Workflow verlangsamen. Ausprobieren möchte ich das aber trotzdem gerne mal.

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Seit wann sammelst du solches Spielzeug?

Ich habe 2010 damit angefangen, es begann alles mit einer kleinen Sammlung von World of Warcraft- und Final Fantasy-Figuren. Bald waren es dann auch Transformers und bevor ich es mitbekam, sammelte ich auch alles um Star Wars und zudem noch realistische Figuren von Hot Toys. Seit ich älter werden, verspüre ich das Verlangen meine Kindheit noch einmal zu durchleben immer stärker.

Du hast gesagt, ihr arbeitet viel bei Nacht. Hat das einen bestimmten Grund?

Das passt vielleicht einfach zu meinem Gemüt. Ich mag die Herausforderungen von Nacht-Shootings. Zudem habe ich das Gefühl, dass sich – im Vergleich zum Fotografieren am Tag – alles ein klein wenig langsamer bewegt. Das Beste am Fotografieren bei Nacht aber ist: Die Temperatur ist kühler.

Viele Fotografen arbeiten während der Shootings etwas freier und schauen mal was sich so ergibt. Das ist bei dir wahrscheinlich anders, oder?

Jup, ich habe vor dem ersten Drücken des Auslösers eigentlich schon immer ein festes Bild im Kopf. Ich versuche dabei Kundenwünsche und die Bilder, von denen ich mich inspirieren lasse, einzubinden.

Sagst du dabei auch öfters mal „Ach, das können wir später in Photoshop machen“ oder hast du eine Grenze für Dinge, die in der Kamera passieren müssen?

Meine Fotos zielen darauf ab, einen Look wie in einem Film zu erzeugen, Licht und Farben wollen daher mit Bedacht angegangen werden. Daher müssen die Effekte stimmen, weshalb wir vieles direkt am Set machen. Trotzdem kann da noch etwas in Photoshop hinzugefügt werden, wir versuchen aber, uns nicht zu sehr darauf verlassen zu müssen.

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Arbeitest du mit bestimmtem Equipment besonders gerne? Von Actionfiguren mal abgesehen…

Da gibt es einige spaßige Sachen: Regen erzeugt ein Assistent mit dem Finger am Abzug eines Super Soakers, farbige Gels auf dem Speedlight erzeugen bestimmte Colorlooks. Eine Nebelmaschine tut, was sie eben tut, für Feuer und Glut haben wir ein spezielles Rig. Rauch und Feuer sind oft aber nicht so einfach am Set, da arbeitet der Wind häufig gegen uns.

Wie läuft das mit Copyright-Dingen, wenn du Star Wars oder Comic-Figuren nachstellst?

Unsere Intention ist immer unsere Würdigung zu zeigen, als Fans der Filme und Serien die wir lieben, der Charaktere mit denen wir aufgewachsen sind, den Geschichten zu denen wir einen Bezug haben. Unsere Interpretationen sind unser Weg Tribut zu zollen an das was wir am meisten lieben.

Am meisten Spaß macht dabei die Vorbereitung, vom Planen, Storyboarding, sogar das entwerfen des Logos. Alles von Grund auf entwerfen und trotzdem inspiriert durch das Thema und die Ideen des erweiterten Universums, dem wir verfallen sind.

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Was kommt als nächstes? Weitere PreWedding-Themenshootings? Noch mehr Spielzeug?

Gerade arbeiten wir an einem themenbasierten Jubiläums-Shooting für ein Pärchen, das in der Cosplay-Szene aktiv ist. Sie sind seit zehn Jahren zusammen und haben so eine komplette Story für uns, mit der wir arbeiten werden. Dafür mixe ich gerade ein bisschen Toy-Fotografie mit Renderings in Photoshop um die Sets zu gestalten. Alles weitere wird noch nicht verraten, bis es was zu sehen gibt heißt es aber leider noch: abwarten.

Making of:

Der Fotograf Mezame Shashin-ka lebt in Singapur und liebt es, Spielzeugfiguren in Szene zu setzen. Neben dem Star Wars-PreWedding-Buch hat er auch schon ein ähnliches Projekt im Stil des Horros-Computerspiels „The last of us“ umgesetzt: Das postapokalyptische Brautpaar kämpft dabei als Überlebende gegen Horden von Zombies.

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6 Idee über “So kann Hochzeitsfotografie aussehen. Mezame im Interview über sein Star-Wars-PreWedding-Projekt

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