#03: die Sonne in's Studio holen

Dieses Bild hat mich lange beschäftigt – dabei ist es eigentlich so einfach.
Ziel war es, ein sommerliches Bild zu erstellen und das ganze im Dezember – im Studio.
Hier erfährst du, wie wir es gemacht haben.

Nikon D800, 85mm f1.8 @f8, ISO 100, 1/200s

Benutztes Equipment

  • 1x Normalreflektor mit Farbfolie (1/4 CTO) an einem 500Ws Monoblock
  • 2x Striplight mit Farbfolien (Cyan und Grün) an 500Ws Monoblock
  • 1 Reflektor (Styroporplatte)

Das Setup

Ich habe mir viele Bilder angesehen und ich muss sagen: Die Recherche nach in der Hitze suhlenden Models mit Himmel im Hintergrund war nicht einfach. Aber was man nicht alles in Kauf nimmt für ein gutes Bild. Mir fiel auf, dass der Hintergrund nach der REtusche oft einen Farbverlauf aufweist und das Sonnenlicht extrem hart ist.

Das kann man im Studio aber relativ leicht nachstellen. 

Der Hintergrundverlauf wurde mit zwei quer liegenden Striplights realisiert, das Sonnenlicht wird durch einen knallharten Normalreflektor simuliert. Eine Reflektorplatte aus Styropor bringt etwas Licht zurück in die Schatten und so hat man noch etwas mehr Zeichnung in den Haaren.

Das Model wurde dann mit Wasser benetzt, dafür empfiehlt sich eine sehr gut ausgewaschene Parfümflasche (hint: die mit dem blauen Glas hat den besten Zerstäuber). Je öfter man pumpt, desto größer werden die Tropfen. Was bei Bierflaschen funktioniert, geht auch bei Models.

Die einzelnen Lichtquellen

Das Hauptlicht

Das Hauptlicht steht leicht hinter dem Model, denn ich möchte auf jeden Fall die harten Schatten im gesicht sehen. Jeder Tropfen auf der Haut zeigt: Hey, das hier ist hartes Licht – das ist Sonne!

Auf jeden Fall braucht das der Kamera zugewandte Auge etwas Licht.

Der Reflektor

Harte Schatten haben die Eigenschaft, sehr dunkel zu werden und das ist in der Natur eigentlich sehr selten – irgendetwas reflektiert eigentlich immer ein wenig Sonne zurück. Diesen Effekt haben wir mit einer Styroporplatte erzielt.

Der Hintergrund

Der Verlauf im Hintergrund war mit etwas hin- und hergeschiebe der Striplights verbunden. Das Ziel ist eine ganz sanfte Überscheidung der Farben. Wenn das erreicht ist, hat man später im Bild einen perfekten Farbverlauf, der suggereiert: Himmel!

In der Postproduktion wurden da noch leichte Wolken als Struktur drüber gelegt.

Farbmischung mit Licht

Zur besseren Illustration habe ich die Folien Blau und Gelb verwendet. Hier tritt der beschriebene Effekt noch stärker auf:

Keine Überschneidung

Wenn zu viel Abstand zwischen den Farbflächen ist, entsteht ein dunkler Grad. Den will  man nicht, denn der kommt beim Himmel auch nicht vor.

Gute Überschneidung

Die Farben sollen sanft ineinander über gehen, ohne sich zu viel zu mischen.

Zu viel Überschneidung

Wenn sich die Farben mischen, addieren sich die Farbwerte. Im Blau-Gelb-Beispiel ist das besser sichtbar, als mit Cyan+Grün. Cyan besteht aus 50% Grün, deshalb wird sich dort die Farbe bei zuviel Überschneidung einfach in’s grünliche verschieben.

Download

Für die Bilder im Artikel haben wir die Lichtsimulation “Set.A.Light 3D” verwendet. Du kannst dir das Lichtsetup herunterladen und alles selbst ausprobieren.

Falls du noch nie mit Set.a.Light gearbeitet hast, solltest du das schnellstens nachholen!

Es gibt auf der Webseite auch eine kostenlose Demoversion, mit der du unser Set natürlich öffnen kannst.

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