#15: Dauerlicht und farbiges Blitzlicht mischen

In diesem Bild wurde eine alte Glühlampe (mit Kohlefäden, auch bekannt unter dem Begriff “Edison-Glühbirne”) als Hauptlichtquelle verwendet. Natürlich wurde das ganze noch mit normalem Blitzlicht im Studio kombiniert.

Nikon D800, 85mm f1.8 @f3.5, ISO 640, 1/125s

benutztes equipment

  • 150cm Oktabox mit Cyan Farbfolie an 500Ws Monoblock
  • Retro-Glühbirne mit 40 Watt
  • Hintergrundwand mit Rostoptik

das setup

So schön diese Glühbirnen und ihr abgegebenes Licht ist, so tricky kann das im Bild auch werden.

Wir hatten die Glühbirne ursprünglich mit im Bild, haben uns aber dann für eines “ohne” entschieden – hier gefiel uns Ausdruck und Bildaufbau einfach besser.

Zuerst wurde die Kamera eingestellt – und zwar nur bei dem Licht der Glühbirne:
Die Zeit wurde so gewählt, dass man die Kamera noch frei halten kann und dennoch scharfe Bilder erzeugt. Wir verwenden dabei immer einen höheren Wert als die Brennweite – hier bei 85mm wäre unsere Wahl die 1/160s, aber dafür war zu wenig Licht. Die Blende bestimmt dann die Schärfeabbildung über die Tiefe und daraus ergibt sich dann ein ISO-Wert. Hier muss man etwas Kompromisse eingehen – im Endeffekt waren wir sehr Offenblendig mit hoher ISO-Zahl unterwegs.

Der gesamte Raum wurde dann mit dem Blitz in ein sanftes Cyan getaucht, die Glühbirne hing von der Kamera aus gesehen hinter dem Model – nur so entstehen Schatten, die man mit dem Blitz färben kann.

Die Lichtquellen im einzelnen

Die Glühbirne

Eine Glühbirne gibt ein sehr hartes Licht ab, die Schatten sind sehr definiert und extrem dunkel. Verringert man den Abstand, wird zwar das Licht heller, man wird aber mit starkem Lichtabfall zu kämpfen haben.

Das Umgebungslicht

Das Umgebungslicht ist unkritisch, solange es nicht die Bereiche beleuchtet, die Orange werden sollen. Wir versuchen das Licht immer möglichst diffus zu halten, um keine neue Lichtquelle in’s Bild zu holen.

Das Verhältnis Blitz zu Dauerlicht

Ein kleiner Versuch: Links der Kamera steht ein Blitz, rechts der Kamera ein Dauerlicht. Im Beispiel wird nur die Belichtungszeit verändert.

1/100s

Der Schatten links ist dunkler.

Das Dauerlicht hat mehr Zeit, um die Szene zu beleuchten. Dadurch wird der Anteil “Dauerlicht” höher.

1/200s

Beide Schatten sind gleich hell.

Das Dauerlicht gibt in 1/200 Sekunde genausoviel Licht ab wir ein Blitz.

1/400s

Der Schatten rechts ist dunkler.

Das Dauerlicht belichtet die Szene mit weniger Licht als der Blitz.

Merke: Mischt man Blitz und Dauerlicht (oder auch Tageslicht), bestimmt man das Verhältnis NUR über die Belichtungszeit. Ein Blitz ist immer gleich hell – ega ob man 30 Sekunden oder 1/200s belichtet.

Download

Für die Bilder im Artikel haben wir die Lichtsimulation “Set.A.Light 3D” verwendet. Du kannst dir das Lichtsetup herunterladen und alles selbst ausprobieren.

Falls du noch nie mit Set.a.Light gearbeitet hast, solltest du das schnellstens nachholen!

Es gibt auf der Webseite auch eine kostenlose Demoversion, mit der du unser Set natürlich öffnen kannst.

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