01

Ich habe kürzlich einen Artikel mit dem Titel “Mach was du wirklich liebst ist ein furchtbarer Ratschlag” gelesen und dort wurde geschrieben: “Leichtfertig wird jemandem, der ein Hobby leidenschaftlich betreibt, geraten, dies als Beruf auszuüben. Die Realität ist: Das wird in den seltensten Fällen gelingen”.

Ähm – nein.

Wenn du den Artikel noch nicht gelesen hast, kannst du dem Link folgen… oder auch nicht, wenn du nicht den Rest den Tages wütend sein willst. Der Autor ist ein großartiger Schreiber mit vielen anderen fantastischen Artikeln, aber diesem Artikel kann ich ganz und gar nicht zustimmen. Ich habe versucht den Artikel als eines dieser Dinge zu sehen, die durch das Internet kursieren, aber irgendwie kam er immer wieder zurück. Wieviele potentielle Künstler sind wohl da draußen und zerschlagen ihre Träume, weil sie einen dieser angstgetriebenen Artikel gelesen haben?

Hoffentlich sind es nicht zu viele, dennoch machte mir die Vorstellung von dem Jugendlichem, der seine Gitarre verkauft, weil ihm zu viele Leute gesagt haben seine Musik wäre nur “Hobby” und keine Karriere, sehr zu schaffen. Er ist ein Jugendlicher. Alles kann eine Karriere sein.

Bedingungslose Unterstützung wird schnell enden…

Als wir klein waren, wurde uns gesagt, wir könnten alles werden. Uns wurde eine Karriere als Astronaut, Maler, Einhorn-Dompteur und alles, was sich so ein kleiner Kopf sonst noch ausdenkt, als machbar verkauft. Ein 5-jähriger sagt stolz “Ich werde Rockstar!” und die Erwachsenen lachen und sagen: “Mein Liebling, natürlich wirst du Rockstar!”

Später wurde uns erzählt, wir sollen realistisch werden. Wir sollen die Seifenblasen, aus denen unsere Träume waren, entfernen und uns mehr anstrengen. Wir sollen eine mögliche Karriere anstreben. Die Idee unserer Passion zu folgen wird zu einem Witz und uns wird erzählt, dass jede Form von Kunst ein Hobby ist. Die Leute zählen jede Menge Dinge auf, die sie selbst mit “Leidenschaft” tun, aber niemals dafür bezahlt werden würden und als Gipfel der Falschaussagen kommen dann noch ein paar alte Statistiken hinterher: “Weisst du, die Chance von einem Blitz getroffen zu werden ist höher, als die Wahrscheinlichkeit, eine Karriere als Schauspieler zu machen!”

Okay…

Hier haben wir also 2 Argumente:

  1. Leidenschaft alleine reicht nicht
  2. Wo ist der Markt? Wenn da niemand ist, der dich für deine Kunst bezahlt (auch wenn du wirklich gut bist) wovon soll man leben?

Auf diese Punkte habe ich zwei Antworten:

  1. Das Konzept von “Talent” und “Leidenschaft” wird sehr stark missverstanden
  2. Es gibt immer einen Markt

Das ist wohl der Zeitpunkt, wo viele Leute sagen werden, ich hätte mich zu weit aus dem Fenster gelehnt und den Punkt erreicht, an dem ich neuen, unsicheren und strauchelnden Künstlern mehr schade als helfe. Jetzt ist die Zeit der Realität, in der Träume nur aus glitzernden Feengeschichten für unsere Kinder bestehen – zumindest bis sie die Pubertät erreichen, wir ihre Seifenblasen zerstechen und mit einem zynischen Grinsen sagen: “Das Leben ist nicht fair, damit musst du leben”.

Hm, pfeif drauf, das ist nicht wahr. Und hier kommt das ‘Warum’:

02

1) Talent und Leidenschaft ist nicht was du denkst

Talent ist nur ein Wort, das man dafür verwendet, um zu beschreiben, wie gut jemand ist, in dem was er tut. Allerdings beachtet man dabei nicht, wie sich derjenige dieses Können angeeignet hat. Musiker, Tänzer, Maler – hast du ihre Arbeit gesehen als sie damit anfingen? Sie waren richtig schlecht. Sie haben die falschen Noten getroffen, hatten zwei linke Füße und konnten keinen gerade Strich malen. Sie waren so richtig schlecht.

Genau genommen fingen die Leute erst an zu sagen “Wow, du hast wirklich Talent”, als schon unzählige Stunden Übung vergangen waren. Manche Leute nehmen sich lieber eine Box voller bunter Stifte andere lieber einen Taschenrechner, aber dennoch ist das eigentliche “Kunst erschaffen” eine Fähigkeit und das kann ich nicht oft genug wiederholen: Fähigkeiten kann man lernen.

Wenn man noch genauer hinsieht, sind viele “Persönlichkeitsmerkmale” (Willenskraft, Kreativität, Konzentrationsfähigkeit) auch nur Fähigkeiten. All diese Fähigkeiten wurden durch kontinuierliches Üben weiter entwickelt.

Kurze Randnotiz: Ich verspreche, hier kommt nicht nur warme Luft und ich wäre froh, wenn ich zu ein paar wissenschaftlich fundierten Artikeln mit verifizierten Daten verlinken könnte, aber es ist halb vier morgens und ich habe dazu jetzt einfach keine Lust. Dennoch werde ich Euch erzählen, dass ich dies alles studiert habe, denn ich habe einen Master in Psychologie, Spezialgebiet Neuronale Prozesse und Psychologie. Wer mir nicht glaubt, dem sei ein Termin mit einem Psychologen empfohlen, er wird meine Aussagen verifizieren.

Okay, was hat es mit Passion oder Leidenschaft auf sich?

Die Wörter Passion und Leidenschaft sind stark überstrapaziert in der heutigen Kommunikation. Ständig hört man Leute sagen: “Ich habe diese unglaubliche Leidenschaft für Rockmusik”, was das aber wirklich heisst ist: “Ich mag diese Band, die ich letzte Woche live gesehen habe, wirklich gerne”.

Leidenschaft ist nicht die einfache Liebe für etwas, es ist eine Besessenheit: Eine Besessenheit, die es jemandem ermöglicht, für das Verbessern einer bestimmten Fähigkeit unrealistisch viel Zeit aufzuwenden. Alle die Dinge, die die Leute aufzählen als Beispiel für ihre “Leidenschaften” für die sie niemals bezahlt werden würden – ja, sie haben Recht damit! Aber das sind keine Leidenschaften, das ist keine Passion, das sind einfach Dinge die sie gern haben… als Hobby. Und ja, wenn Fotograf dein Traumberuf ist und du die gleiche Zeit darin investierst wie in jedes andere Hobby, dann wirst du niemals jemanden finden, der dich bezahlen wird. Wenn du aber eine Leidenschaft dafür hast, wirst du jede Sekunde damit verbringen, dich verbessern zu wollen. Du wirst dir Nächte um die Ohren schlagen und auf YouTube nach Licht-Setups suchen und deine Nachbearbeitung verbessern und neue Techniken ausprobieren. Du wirst dir eigenes Equipment bauen wenn das “wirkliche” einfach zu teuer ist (wie mein Unterwasser-Gehäuse) und du wirst Workshops buchen, um deine Fähigkeiten weiter auszubauen. Da kommt einiges an “extra Zeit” zusammen…

Um es frei heraus zu sagen: Leidenschaft kann dich überall hin bringen, denn es bedeutet, du hast das Verlangen ein überaus abnormal hohes Maß an Arbeit in eine Fähigkeit zu stecken, eine Fähigkeit, die dich auf ein höheres Level bringen wird – und das hat definitiv einen Marktwert.

Vielleicht bist du gerade noch richtig schlecht – was okay ist – du hast schon das wichtigste Werkzeug, um tolle Dinge zu kreieren. Was du jetzt brauchst ist Übung und Zeit.

03RoughDraft

2) Es gibt IMMER einen Markt

Der Artikel ganz oben (und viele andere) empfiehlt eine Frage zu stellen, bevor man seinen Traumjob wählt: “Werden die Leute dafür etwas bezahlen?”

Das ist aber nicht die richtige Frage. Man sollte sich lieber selbst fragen: “Wie kann ich den Leuten zeigen, dass meine Arbeit die Bezahlung wert ist?”

Ich erkläre das. Etwas, das alle von uns wohl gehört haben: “Vielleicht solltest du erst ein Studium oder eine Ausbildung machen. Du weißt schon… nur für den Fall”.

Wenn ich für jeden dieser “nur für den Fall”-Sätze, die mich auf meine unausweichliche Niederlage vorbereiten sollten, einen Pfennig bekommen hätte… ich hätte inzwischen eine ziemlich eindrucksvolle Sammlung an Jet Skis.

Man hört nie jemanden zu einem Buchhalter sagen er soll eine andere Ausbildung machen “nur für den Fall”. Niemand wird einem Medizinstudent raten eine Ausbildung als Schweisser oder Konstrukteur zu machen, falls diese ganze “ein Doktor sein” Idee nicht klappt und man dann zumindest etwas solides in der Tasche hat.

Fakt ist, Leute bezahlen nur für Dinge die sie wollen oder brauchen und wenn deine Leidenschaft eine Marktlücke trifft, ist es absolut sinnvoll dem nach zu gehen. Die Menschen brauchen Ärzte, sie brauchen Buchhalter, Schweisser … Angebot und Nachfrage, das macht absolut Sinn.

Kunst auf der anderen Seite…

Kunst ist eines dieser “haben wollen”-Dinge, das heisst die Leute tun sich schwerer den Markt zu verstehen, wenn sie nicht ein Teil der Zielgruppe sind. Jemand, der niemals auf die Idee kommen würde für 1000€ einen Kunstgegenstand zu kaufen, wird sich schwer tun zu verstehen, wie jemand davon leben kann, Kunstgegenstände für 1000€ zu verkaufen.

04IMG_8464-Edit-Edit

Aber es kann nicht für alles einen Markt geben…

Doch, eigentlich schon. Du kannst Geld mit so ziemlich allem verdienen heutzutage, wenn du es ordentlich vermarktest. Hast du vom NYC Naked Cowboy gehört? Er spielt Gitarre und singt in seiner Unterwäsche und hat einen Cowboy-Hut auf. Jetzt wurde er gesponsert von Fruit of the Loom hat ein 2,5 Millionen Dollar Netzwerk im Rücken.

Friss das! – Klugscheißendes Volk dieser Welt!

Der Punkt ist – ob ein Markt da ist oder nicht, ist nicht das Problem. Das ist die Realität und es gibt den Markt. Das Problem ist das Erreichen dieses Marktes. Entwickle eine Strategie – finde heraus, was zum Teufel du anbieten kannst und wie du es in die Welt hinausbringst. Wer ist dein Zielpublikum? Welchen Gegenwert bietest du ihm? Wie erklärst du, welche messbaren Vorteile das, was du da anbietest für den Käufer bietet?

Ich sage nicht: Kündige deinen Job, kaufe dir einen Malkasten, belege einen moderenen Wassermalkurs und du kannst nächste Woche als erfolgreicher Künstler anfangen – ich sage, dass Leidenschaft als Grundlage einer Karriere eine sehr reale Möglichkeit ist – und im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist man nicht verdammt ein Kellner zu sein, der immer nebenher versucht mit seinen “Spielereien” etwas dazu zu verdienen.

Nimm dir die Zeit, um deine Fähigkeiten zu verbessern, entwickle eine umfassende Marketing Strategie, um deine Ergebnisse zu verkaufen. So beginnst du eine Karriere mit dem was du liebst.

Empfehlungen des Hauses

Hintergründe

CGI-Castle

5 von 5
12,61 inkl. MwSt.

gerenderter Innenraum mit Tiefenmap
10.000x10.000px Auflösung in 16bit
6 Lichtquellen, beliebig Mischbar

5 von 5
16,81 inkl. MwSt.

8 Lightroom Presets
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Keine Änderungen an den Grundeinstellungen = maximale Freiheit

Angebot!
5 von 5
149,03 116,81 inkl. MwSt.

10 Stunden Videotrainings
Dodge & Burn, Beauty-Retusche, Digitales Makeup und Farben
Highlight: incl. Retouching Toolkit

Durchschnittliche Bewertung aller enthaltenen Pakete:
4.4 von 5

Texturen

Inferno

5 von 5
11,76 inkl. MwSt.

134 hochaufgelöste Texturen
690 MB / JPG
auf schwarzem Hintergrund

25 Kommentare zu “Wie du von “dem was du liebst” leben kannst

  1. Peter sagt:

    Es gibt zu denken, verdammt zu denken….. keine Ahnung, ob das hier gelesen werden wird (ich gehe mal davon aus, es gibt einen Markt) aber mir ist gerade nach ein wenig Seelenstriptease..
    Auf der Lebensuhr steht viertel vor 51, meinen Job als IT Projektleiter und Berater im Personalumfeld habe ich mal richtig gerne gemacht…. heute quäle ich mich durch den Tag.
    Kunst? Davon habe ich eigentlich keine Ahnung und mein Hobby, die Fotografie betreibe ich eigentlich noch nicht so lange. Ernsthaft, ähnlich wie oben beschrieben mit viel Zeit in Recherchen investieren und dem Abwägen, wofür das sauer verdiente Geld eingesetzt wird seit Anfang 2015. Retusche ist mir wichtig, ich will das “vernünftig” d’rauf haben.
    Damit Geld verdienen? Das wäre was…. Ich sag’ mal so, auch wenn ich als Autodidakt noch in der “Lehre” bin behaupte ich mal mich im Vergleich zu manch anderen, die das deutlich länger machen, nicht verstecken zu müssen.
    Aber Markt? Ich kenne den ehrlich nicht…. Hochzeiten, damit verdienen Bekannte nebenbei ganz gut – darauf habe ich ehrlich keine Lust. Mir ist mal angeboten worden den Transporter eines Umzugsunternehmens zu gestalten…. der war wahrscheinlich auf der Suche nach einem Schnäppchen und ich hatte wieder keine Lust mich zu kümmern wie sowas geht. Vielleicht bin ich auch nur konsequent, ich mag Menschen portraitieren… Ich mag Boudoir, ich mag ausdrucksstarke Bilder und schöne Composings ab vom Fantasy-Schnickschnack. Bildgeschichten mag ich. Aber ich mag auch Bilder retuschieren. Da bin ich noch zu hastig, muss mir Geduld nehmen das fertige Bild am nächsten Tag noch einmal zu betrachten um festzustellen – ist noch gar nicht fertig…. Aber ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken “damit den Lebensunterhalt…” – gerade auch aktuell, als ich mal ein Bild welches ich nicht selbst gemacht habe vor mir hatte.
    Ich erwische mich bei dem Gedanken tiefer einzutauchen und doch frage ich mich – als Quereinsteiger? Puh… Da müsste ich wohl erst mal meine “Ausbildung” fertig machen, mir ein Portfolio zusammenhauen und mir wirklich die Frage stellen – setze ich mich von all den anderen ab? Ich meine, würde ich einen Bildbearbeiter brauchen so würde ich z.B. Stefan ansprechen…. Da ist ordentlich theoretisches Wissen hinter den technischen Fertigkeiten. Soll man da versuchen mit Schnäppchenpreisen ein paar Krümel abzubekommen? Und was wäre ein Schnäppchenpreis – Himmel, ich selbst wäre kaum bereit Geld für ein gutes Bild auszugeben. Es gibt doch so viele wie mich, die es aus reinem Spaß an der Freud machen….. Und dann noch die Weisheit, die mir vor Dekaden einer meiner Ausbilder mal auf den Lebensweg gegeben hat: “Peter, Scheiße wirst Du überall finden – nur die Farbe ist vielleicht ein wenig anders”
    Also wird auch in der Bildbearbeitung und Fotografie Kompromissbereitschaft gefragt sein.
    Auch ist nicht jeder in der Situation eine laufende Apotheke an seine Ehefrau zu übergeben um sich auszuprobieren. Und auch in dem Beispiel macht Produktfotografie den Kohl fett und endlose Workshops, Tutorials und Werbeeinnahmen….
    Wäre ich ein Blogger? Wer fotografiert “blogt” doch auch, oder?
    Oder sind das nur die allzu präsenten Beispiele die im deutschsprachigem Raum sich einem quasi aufdrängen? Wie kommt es, dass in Buchhandlungen und bei Amazon Bildbände von Künstlern zu kaufen sind obwohl Bilder doch im Internet einfach und frei verfügbar sind? Und wieso bin ich an dieses Hobby gelangt wenn ich selbst nicht Zielgruppe für derartige Bildbände zu sein scheine?
    Da stellt man doch seine eigene Leidenschaft bissi in Frage…
    Oder? Naja…. vielleicht auch nicht, vielleicht eignen sich solche Artikel dann doch um sich zu überlegen – möglicherweise ist man dabei ein paar notwendige Schritte zu machen, und gerade mal ist der Weg das Ziel. Aber nicht einfach zu erkennen, welche Schritte noch so notwendig sind wenn das Ziel tatsächlich sein soll von dem, was man gern tut, mit allen notwendigen Kompromissen, auch zu leben. Jedenfalls die paar Jahre, die bis zur Rente übrig bleiben ;O)

  2. Magdalena Almado sagt:

    Ich bin sehr dankbar für diese Zeilen, da sie mir den Mut geben, nicht aufzugeben – ich bin Autorin und Ausdruckstänzerin und habe die Möglichkeit meine Bücher über Lesungen und Tanz zu präsentieren, das Ganze noch ergänzt mit wunderschöner Malerei und Chansons meiner Freundin – https://youtu.be/ihRqNyu3zsM – und doch fehlt mir genau das Wesentliche – DAS MARKETNG!
    Aber ich bewundere Gregory B.Waldis, der es scheinbar schon das zweite Mal in seinem Leben geschafft hat, seine wahre Passion zu leben! Ich folge weiter meinem Traum und danke für die mutmachenden Worte!

  3. Gregory B. Waldis sagt:

    Danke für die wahren Worte. Ich hatte gleich zwei mal in meinem Leben das Glück grosse Leidenschaft zu erfahren. Das erste mal vor rund 25 Jahren für die Schauspielerei. Diesem Ruf bin ich gefolgt und lebe seit dem von dem Beruf. Vor 4 Jahren habe ich gemerkt, dass die Freude am Spielen noch da ist, aber diese bedingungslose Leidenschaft mehr und mehr nachlässt. Durch einen Zufall kam ich auf die Fotografie und da hat es mich wieder gepackt. Nun wusste ich wieder was es bedeutet morgens aufzuwachen und der erste Genanke den man hat gilt dem Werk an dem man gerade arbeitet. Diese Leidenschaft brauche ich übrigens auch um zu lernen. Ohne Leidenschaft bin ich recht faul. Wenn’s mich aber packt…. gibts kein Halten mehr. Und siehe da, seit zwei Jahren ist auch aus meiner Fotografie ein einträgliches Geschäft geworden.
    Immer wieder werde ich von jungen Schauspielkollegen gefragt: “Was braucht es um so lange am Markt zu bleiben?” Meine Antwort ist recht simpel: “Man muss dran bleiben. Die Erfolgreichen sind am Ende die, die dabei geblieben sind” Und: “Man muss es wirklich wissen wollen”.

  4. Sophie Glombik sagt:

    DANKE dir für deine Worte. Sie geben mir Mut, besonders weil ich am Anfang stehe und ich von überall damit zu bombardiert werde, dass doch überall die Konkurrenz doch zu groß ist. Manchmal machen einem dann doch Zukunftsängste und vielleicht sogar auch Zweifel an einem selbst Sorgen aber ich versuche mich immer wieder aus dieser Spirale herauszuziehen und an meinen Traum zu denken den ich mir verwirklichen will und werde!

  5. Kathleen sagt:

    Toller Artikel! Ich schätze mich glücklich, weil ich es geschafft habe, das fast Unmögliche möglich zu machen. Nun gehe ich ins zehnte Jahr und es klappt noch immer. Vielleicht gelingt mir das mit Fotografie auch noch in dem Ausmaß wie es mir mit dem Schreiben gelungen ist.

  6. Gerhard Reimann sagt:

    Als wir noch klein waren, wurden wir mit unseren Träumen bestätigt und mit dem älter werden dann mit Ängsten gefüttert. Unsere Träume wurden damit zerstört.
    Nach der Schulzeit wollte ich Fotograf werden. Ein Raunen ging herum und egal ob Familie oder Freunde, alle fragten mich, ob ich noch ganz dicht bin, weil ich vorhabe den ganzen Tag in einem dunklen Raum Leute zu fotografieren und in einer Dunkelkammer zu arbeiten. Das hat mich abgeschreckt und einem Beruf lernen lassen, der nun nicht wirklich das war, was ich machen wollte.
    Die nächsten 40 Jahre knipste ich eben, was mir vor die Linse kam, und gelegentlich kam da auch mal ein gutes Foto raus.
    Als dann die Ehe und das Berufsleben im Eimer waren, musste ich mein Leben neu organisieren. Meine neue Lebenspartnerin tat nun genau das Gegenteil, was alle anderen vorher taten: sie unterstützte meine Träume, gab mir Tipps, so wie in diesem wundervollen Beitrag. „Wenn Du etwas wirklich willst, warum tust Du es dann nicht?“, waren ihre Worte, als wir uns das erste Mal zum Kaffee trafen. Ich kaufte mir kurz darauf eine neue Kamera und weil die Fotos brauchbar, aber nicht das waren, was ich eigentlich wollte, begann ich eine fotografische Ausbildung, um die Grundlagen richtig zu erlernen.
    Ich hab dort gelernt, um gute Fotos zu machen, muss man die Komfortzone verlassen und sich die Frage stellen, „wie weit würde ich für ein für ein gutes Foto gehen?“ Daraus resultierte für mich, was behindert mich also dabei? Also hab ich jetzt meinen Arbeitsplatz gekündigt und es ist mir diesmal egal, ob mich irgendjemand für einen Trottel hält, denn der war ich lange genug, weil ich nicht getan habe, was ich eigentlich wollte. Nun werde ich die Zeit haben, meiner Leidenschaft freien Lauf zu lassen, einen eigenen Stil finden und zu verbessern.
    Über die finanzielle Situation mache ich mir dabei keine Sorgen, denn man sich nur Gedanken macht, was alles passieren könnte, hat man keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen Überlegungen. Außerdem ist mir ein glückliches Leben mit vielleicht weniger Geld lieber, als das gesicherte Mitschwimmen im Sumpf.

    • Stefan sagt:

      Lieber Gerhard, ich finde es toll, dass Du diesen Schritt gegangen bist und wünsche Dir alles erdenklich Gute dafür. Meine Frau würde mich dabei auch unterstützen, darüber bin ich sehr froh. Allerdings könnte ich ohne ein gesichertes Grundeinkommen niemals diesen Schritt gehen. Ich habe Kinder, für die ich sorgen muss und meine Miete zu bezahlen. Da müssen schon sehr viele Parameter stimmen, damit nicht alles den Bach runter geht.

      Mein Traum ist es auf jeden Fall, nur ich fürchte es wird für mich immer ein Traum bleiben…

      LG
      Stefan

    • Lux Homini sagt:

      Stefan, du hast immer noch die Möglichkeit dir neben deiner “gesicherten” Existenz ein zweites fotografisches Standbein zu erschaffen. Mit steigendem Erfolg im “Nebenjob” kannst du unter Umständen nach und nach das Gewicht verschieben (sofern es der Beruf zulässt). Nachteil ist die hohe Arbeitsbelastung und das Gefühl zuwenig Zeit für die Lieben und Freunde zu haben. Aber: einfach kann ja jeder! 😉

    • Stefan sagt:

      Lux, da hast Du mit Sicherheit recht. Mein Hauptjob verschlingt minimum 50 Stunden die Woche. Meistens sind es eher mehr. Somit sind 12 Stunden am Tag für meinen Job schonmal weg. Klar, wenn man will kann man alles schaffen, aber ich liebe meine Frau und meine Kinder. Ich habe im Moment keinen Plan wie ich dann noch einen möglichen “Systemwechsel” unterbringen soll. Vermutlich liegt es auch daran, dass ich kein wirklich klares Ziel vor Augen habe, das ich umsetzen und erreichen kann. Es braucht ja schließlich auch ein Konzept und Strategien zur Umsetzung. Während ich hier schreibe merke ich, dass meine Gründe mit der vielen Arbeit und der Familie nur vorgeschoben sind. Wenn ich in mich gehe, sehe ich nur die Angst vorm Scheitern und die Angst einfach nicht gut genug zu sein. Das ist vermutlich mein größtes Hindernis…

    • Lux Homini sagt:

      Ich habe vorher als IT-Berater gearbeitet, war zeitweise auch viel unterwegs, daher weiß ich genau, wie knapp die freie Zeit sein kann.
      Mag sein, daß dein Ziel erst nach einem langen Marsch ereicht werden kann. Mag sein, daß du jetzt keine großen Sprünge machen kannst. Dann machst du eben kleine Schritte, einer nach dem anderen und erreichst so dein Ziel. Und ja, vielleicht bist du nicht gut genug … um Starfotograf zu werden. Ein guter Fotograf zu sein genügt doch auch, oder?
      Wieso kommst du darauf, du könntest nur scheitern, wenn du etwas Neues probierst? Wie sieht es denn aus mit Scheitern indem du nichts unternimmst? Du bist nicht nur verantwortlich für das, was du tust, sondern auch für das, was du nicht tust.

      Jetzt nehme ich mal lieber den moralischen Zeigefinger wieder herunter und schließe mit einem “Jeder ist seines Glückes Schmied” 🙂

    • Ruth Chudaska-Clemenz sagt:

      Einfach klasse, dieser Kommentar. Danke dafür, Du hast auch mir aus der Seele geschrieben. NB. Als Psychiaterin, die für die Justiz arbeitet, habe ich auch oft 12 und mehr Arbeitsstunden pro Tag, aber genau deswegen baue ich

      jetzt die Photographie als zweites Standbein auf, weil ich in ein paar Jahren zumindest halbe/halbe machen will und nicht noch mit 90+ nur meine linke Gehirnhälfte abnütze.

    • Lux Homini sagt:

      Dem kann ich mich voll und ganz anschliessen.
      Viel schlimmer als sich “falsch” entschieden zu haben ist doch, sich nie die Chance gegeben zu haben herauszufinden, was in einem steckt.
      Am Ende meines Lebens möchte ich sagen können: “Vielleicht ist nicht alles optimal gelaufen, aber ich hatte eine geile Zeit!”. Was ich auf keinen Fall von mir hören möchte, ist: “Warum hast du dich nicht getraut, was hast du alles verpasst?”.
      In diesem Sinne wünsche ich dir eine geile Zeit, möglichst auch erfolgreich 😉

  7. Tobi sagt:

    Talent kann leider NICHT mit lernbaren Fertigkeiten oder Handwerk verglichen werden, es ist NICHT das gleiche. Ich habe beim skateboarden Monate gebraucht, um einen Trick zu beherrschen. Der kleine Bruder meiens Kumpels konnte die in zwei Tagen. Er hatte Talent, ich nicht. So ist es leider mit vielem, auch mit Fotografie, das solten Leute akzeptieren. Denn alles was du lernen musst, lernst du von jmd, der das schon kann. Wenn du Kunst machen willst oder extrem weit vorne in Foto und Co mitspielen willst, um davon zu leben, musst du – erstens – gelerntes anweden und – zweitens – den neuen Scheiss entwickeln. Und das geht nur mit Talent. Gelerntes Anwenden kann jeder, der lesen kann. Darüber hinaus wird das schwieriger.
    Das gute daran: JEDER hat irgendein Talent. Man muss es finden. Ich ahbe meines gefunden, es war nicht skateboarden. Trotzdem skate ich noch viel, es ärgert mich jetzt aber nciht mehr, wenn ich lange für einen Trick brauche. Mit der Fotografie ist es ähnlich. Ich bin nicht so schlecht wenn ich die Leute so höre. Aber viel Talent habe ich auch darin nicht.

    Edit: Ich würde trotzdem jedem empfehlen, es dennoch zu probieren, weil Talent ist selten messbar, ich könte es selbst nicht erkennen, da evtl andere viel für Prints von jmd zahlen, was ich für Schrott halten würde. So ist die Kunst. Daher: Try it.

    • RAWexchange sagt:

      Frage dich doch mal, warum es bei dir nicht geklappt hat, bei dem anderen schon.
      “Skateboarden” ist wohl keine Fähigkeit, die einem in die Wiege gelegt wird – vielmehr spielen hier so einige Faktoren mit: Vielleicht ist der kleine Bruder deines Kumpels einfach sportlicher, hat bessere Körperbeherrschung und kann Bewegungsabläufe besser abrufen.
      Diese drei Punkte können erlernt werden (sicherlich spielen da noch mehr Punkte eine Rolle, das ist nur als Beispiel).

    • Tobi sagt:

      Hmm, das könnte schon gut sein, da stimme ich dir zu, dass man diese 3 Fähigkeiten lernen könnte, wenn ich mich exakt mit diesen Punkten beschäftige. Hat der Kleine aber sicherlich nicht gemusst. Er hatte diese Fähigkeiten einfach. Das nennt man Talent. Vielleicht kann man wirklich alles lernen und jeder kann in allem gleich gut werden, dafür spricht auch der zweiet Punkt im Artikel: Es gibt für alles einen Markt, also auch für Kunst auf meinem Level. Wirklich zermürbend aber finde ich, dass ich extremen aufwand treiben soll, um in etwas gut zu werden, statt etwas zu suchen, in dem ich von Haus auf extrem gut bin.
      Jetzt würden einige vielleicht sagen “das macht mir aber evtl nicht so viel Spaß”. Das geht nicht. nichts, worin man gut ist, macht keinen Spaß.

    • RAWexchange sagt:

      Kein Mensch hat irgendeine Fähigkeit “einfach so”. Wir lernen, wir üben, wir werden besser.
      Wir kombinieren Dinge die wir können und entwickeln daraus Ideen.
      Talent gibt es de facto nicht.
      Es gibt das Verlangen nach Perfektion und dieses Verlangen kann nur mit Fleiß gestillt werden. Das ist die beschriebene Obsession, die es möglich macht in dem was wir lieben so gut zu werden, dass außer Frage steht das man davon leben kann…

    • Florian sagt:

      Naja, versuchen Sie das mal jemanden zu erzählen der 100m Sprinter trainiert. Training, Motivation, Einflüsse in den frühen Entwicklungsphasen, das mag ja alles einen großen Einfluss ausüben und dann bei den Bestleistungen über ein oder zwei Leistungsklassen entscheiden aber wenn Sie kein Talent dafür haben wird es mit der Karriere nichts werden.
      Das fängt schon bei der Muskelfaserverteilung an. Menschen mit einem hohen Anteil an FTG Fasern können nunmal schneller rennen als Menschen ohne.
      Die weitergabe von Talent lässt sich hier auch sehr gut Generationsübergreifend beobachten und zwar ohne das die schnellen Kinder (schnell meint hier die Schrittfrequenz und nicht die absolute Geschwindigeit um akzellerierte Kinder nicht falsch einzuschätzen) ein besonderes Training absolviert hätten.
      Ich will ja garnicht verneinen, dass man auch ohne viel Talent von seinenen Leidenschaften leben kann, wenn man wirklich dahintersteht. In manchen Bereichen eher als in anderen. Ihr Artikel hat mir in dieser Hinsicht sehr gefallen, er macht mut, man selbst zu sein.
      Nichtsdestotrotz gilt das sogenannte “Talent” im sportlichen Bereich als gesichert und momentan sehe ich leider keinen Grund warum das bei den kognitiven Fähigkeiten anders sein sollte. Auch wenn die Bedeutung von Talent häufig überschetzt wird, ist das noch kein Grund jegliche Existenz zu verneinen. Die Annahme jeder hätte die Relativitätstheorie aufstellen können, wenn er wirklich gewollt hätte, erschein mir etwas weit hergeholt. Aber vielleicht war Einstein ja auch ein Ausnahmetalent im leidenschaftlich sein 😉

  8. Alexandra Dudek sagt:

    Sehr genialer Text!
    Es stimmt einfach und diese Menschen die sagen “mach was richtiges” konnten sich womöglich selbst nie ausleben. Warum es also jemand anderem gönnen? Trauriges Volk, ehrlich. Wer etwas wirklich wirklich will, erreicht es auch! 🙂

  9. Jens Kornfield sagt:

    Gefällt mir sehr, sehr gut was ich hier lese. Auch ich habe so einen dicken “Schweinehund” direkt vor meiner Türe liegen. Und jedes Mal wenn mich der Ehrgeiz packt und ich wenn ich mir sage: “So, jetzt haust Du aber mal so richtig schön auf den Putz und versuchst Dich mit Deiner Fotografie weiter zu bilden und mehr daraus zu machen……”, dann streckt sich das blöde Vieh, versperrt mir die Türe und sagt mit einem breiten Schmunzeln zu mir: “Ach was? Komm! Da draußen sind zig Leute die 1000fach besser sind wie du. Mach mal halblang und bleib in Deinem Level”.
    Das wurmt mich und ich finde noch einen Weg über das Biest zu klettern. Habe mir zum Glück jetzt ein paar andere Fotografen als Freunde zur Seite genommen die mir unter die Arme greifen und mir auch mal das Gefühl geben das ich auch was drauf habe.

  10. m.wuerzburger sagt:

    Ja, das waren genau meine Gedankengänge, als ich vor einem halben Jahr meinen gutbezahlten Beruf aufgegeben habe und beschloss “der Kunst zu leben”.
    Die Aussage: “es gibt für alles einen Markt (man muss ihn nur für sich erschliessen)” ist sicherlich richtig, aber er könnte auch zu Leichtsinn verführen. Ich habe da leider nicht diese amerikanisch-optimistische Sichtweise, ich denke hier in Deutschland ist schlicht weniger möglich als in den USA.
    Tatsache ist, dass auch schon in der Vergangenheit viele große Künstler am Hungertuch nagten,
    deren Bilder heute für aberwitzige Millionen verkauft werden.
    Meine Aussage ist: Qualität ist kein Garant für Erfolg!
    Richtig ist auch, wie Jenna Martin es genau trifft: es kommt auf die Vermarktung an. Letztendlich ist nicht wichtig was du anbietest, sondern wie du es anbietest. Dass dabei jeder Scheiss zum Renner werden kann, lässt sich jederzeit im Alltag beobachten.
    Ich selbst bin kein geborener Vermarkter und werde es wohl auch nicht werden. Das bedeutete
    für meine Entscheidung, dass ich die Möglichkeit eines grandiosen Scheiterns nicht ignorieren konnte.
    Ich habe mich dem Risko dennoch ausgesetzt, denn mir ist eine hungrige Leidenschaft lieber als eine vollgefressene Langeweile.

Schreibe einen Kommentar

Diese Webseite nutzt Cookies. Nein - keine Kekse. Cookies sind kleine Dateien, die helfen die Usabillity dieser Webseite zu verbessern. Das kann natürlich auch deaktiviert werden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen